gnädig beweisen; wer aber noch nicht in dieselbe getre-ten, sondern in seinem unbußfertigen, ungläubigen undfleischlichen Sinn fortlebt, bei aller Bearbeitung, die derHerr durch sein Evangelium an ihm geschehen läßt, der istohne Hoffnung und in der Gefahr des ewigen Verderbens.
Ach, wie Viele sind derer noch immer unter uns!Wie Manchen möchte man auch wohl zurufen: Und dufürchtest dich auch nicht vor Gott, so oft du ihn auchbeleidigt, so lang und schwer du auch wider ihn gesün-diget hast, so oft du auch seine fürchterlichen Drohungengehört hast, so gefährlich es auch um dich steht? Frei-lich ist zwar niemand unter uns, wie der Schächer zumKreuzestode verdammt, aber viele unter uns sind ihrerSünden und Unbußfertigkeit wegen, welches noch schreck-licher und schlimmer ist, unter dem Fluch des göttlichenGesetzes, der Verdammniß und dem Urtheil zum ewigen Todunterworfen, so, daß wenn sie heute noch stürben, sieauch heute in der Hölle und Quaal sein würden. Ach,daß euch dieses zu Herzen ginge und ihr euch heutenoch zur Buße wecken ließet.
Niemand unter euch denke: Da habe ich noch Zeitzu; wenn ich einmal alt oder krank werde, dann willich mit Ernst auf meine Bekehrung und Seligkeit be-dacht sein. Wißt ihr den Tag eures Todes? Wißt ihr,ob ihr alt und krank werdet? Und wenn ihr es werdet,ob ihr dann eure völlige Besinnung habt, oder wennihr sie habt, ob euch dann der Geist Gottes noch bear-beiten, verändern, bußfertig und gläubig machen wird,wenn ihr jetzt fortfahret ihn zu widerstreben und seineangebotene Gnade zu verschmähen? Denkt an den unbuß-fertigen Schächer, der keine Hoffnung zu einem längerenLeben hatte, wie sich der Kranke und Alte noch wohlmacht, sondern den gewissen Tod vor Augen hatte, ja schonwirklich am Sterben war und doch verstockt blieb.
Seid ihr nicht selbst wohl einmal so krank gewesen,daß ihr hättet sterben können, und doch nach wie vorunbekchrt geblieben. Darum verspart eure Buße nicktlänger, sondern fanget heute noch an, Gnade dazu zu