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cher zu werden suchen, auch in der Sanftmuth undLiebe, kostet es auch unserer eigcnliebigen und rachsüch-tigen Natur Leiden und Sterben. Jbre Bcsiegung istdes Kampfcns und der Vcrleuanung Werth.
Wenn Jesus sagt: Sie wissen nickt, was sie tbun;so wollte er damit zwar ihre Sünde nickt entschuldigen,weil ihre Unwissenheit nicht unüberwindlich noch unver-schuldet, sondern muthwillige und selbst verschuldete Blind-heit war, wovon sie leicht Hütten befreit werden können,wenn sie mit einem betenden und heilsbegierigen Herzenin Gottes Wort geforscht Hütten, das so deutlich vonChristo zeuget. Entschuldigen wollte sie also Jesus nichtmit ihrer Unwissenheit, sondern durch die Anführung der-selben Gottes Erbarmen gegen sie, als sehr Elende, destoreger machen. Denn geistliche Blindheit und Unwissen-heit ist an sich selbst schon Sünde, weswegen der Hobc-priester des alten Testaments für des Volks Unwissen-heit opfern mußte. Ebr. 9, 7. Sic ist dabei eine O.uellevieler Sünden, ein starker Strick des Teufels und großeHinderniß der Bekehrung. Sie mackt also den Men-schen sehr elend, unglücklich und bedauernswürdig. Undals solche Elende, Unglückliche und Bcdauernswürdiaesähe Jesus seine Feinde mit Mitleiden an, und stellte sieals solche seinem Vater dar, um ihn zum Erbarmenüber sie zu bewegen.
Als eine Frucht und Wirkung dieser Fürbitte Jesuhaben wir es daher anzusehen, daß der Zorn Gottesnicht gleich über die Feinde und Mörder seines Sohnesentbrannte und ihnen ein Ende machte mit Schrecken;sondern daß sie noch Zeit und Raum zur Buße bekom-men, daß ihnen noch etliche Jahre das Evangelium durchdie Apostel gepredigt und die durch Cbristum gestifteteVersöhnung angeboten wurde; daß an vielen tausend Judendie Predigt des Evangelii noch kräftig wurde und siezum seligmachenden Glauben an Jesu brachte. So wieauch die Uebcrzeugung des römischen Hauptmanns unterdem Kreuz; die heilsame Rührung, die nach der Kreuzi-gung Christi noch auf Golgatha unter dem Volke ent-