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widerspreche, hat ohnedies seine Gültigkeit verloren, ist so gilt alsabrogirt. Wo ist das geschehen, und wodurch? — Wo hat dieevangelische Kirche, namentlich die in Preußen, es ausgesprochen,oaß ihre Glaubensbekenntnisse, ihre symbolischen Bücher, die Augs?dnrgischc Konfession, Luthers Katechismus, der Heidelberger Ka-techismus keine Gültigkeit mehr haben? — Nein, im Gegeutheilhat die evangelische Kirche in Preußen durch die Annahme dervon Sr. Majestät dargebotenen Agende auf's feierlichste, vor denAugen der ganzen christlichen Kirche zu ihren symbolischen Schrif-ten, und zu allen Haupt- und Grundlchrcn derselben sich bekannt.— Und nicht allein, daß so auch von der höchsten Staatsbehördedas Recht jeder evangelische» Kirche anerkannt ist, wider jedencuernngssüchtige Willkühr, sie gehe nun vom Prediger oder voneinzelnen Gcmcindsglicdcrn aus, auf ihre symbol. Schriften, aufden luthcr. oder heidclb. Katechismus sich zu berufen: es lebtdieser in den symbol. Schriften ausgesprochene Glaube auch nochin vielen Herzen und in vielen Gemeinden; und es liegt amTage, daß diese einem Prediger, der das Gcgenthcil bekennt, keinZutrauen schenken können und das vollkommenste Recht haben,gegen die Wahl und Einsetzung eines solchen Lehrers zu prote-stiren.
Wenn also eine cvangcl. Gemeinde das Recht hat, von ih-rem Prediger zu fordern, daß er ihren Bckcnntnißschriftcn gemäßlehre; ja, wenn nicht allein die Gemeinde in ihrer Totalitat, son-dern jeder einzelne Hansvater und jedes Gemcindsglied diefi Rechtbesitzt; (denn durch die Untreue der andern, und wäre es die Ma-jorität, die vom Bckenntniß abfallen, können doch die Treuen,die es festhalten, ihr Recht nicht verlieren)mit welchem N cch tckann derjenige Prediger in der Gemeinde bleiben, der das Glau-bensbekenntuiß verwirft? — Die Rechtlichkeit fordert von ihm,freiwillig aus seinem Amt auszuscheiden; und das, sollte manmeinen, könnte bei Leuten nicht in Zweifel gezogen werden, dieso oft versichern, wie auch in der Pr.-B. v. H. II. geschehen,man müsse der Wahrheit jedes Opfer bringen. Doch vom Mar-tyrthum weiß der Rationalismus wenig oder nichts. — Er ruftlaut, man müsse den Kopf für seine Ucbcrzeugung hergeben (Pr>B. 361.); und bequemt sich doch, Bekenntnisse zu unterschreiben,die er für Unverstand hält, und solcher Formulare sich zu bedie-nen, die ihm voll Aberglaubens und widersinniger Dogmen sind.