Verfasser gehet von dem Grundsatz aus, 'seine Vernunftunter keine Autorität zu beugen, auch nicht unter die des Soh-nes Gottes. Er sagt ausdrücklich, er glaube Christo nicht, weilcS seine Lehre scy, (d. h. wcil's Christus gesagt) sondern weil siean sich wahr scy, d. h. nach Seite VI „ihm für das reinste, herr-lichste Erzengniß der höchsten Vernunft gelte, welches uns denSchlüssel verleihe zu der ewigen, göttlichen Offenbarung, die derSchöpfer in den freien und vernünftigen Menschcngeist hineinge-legt habe." — Mit andern Worten ausgedrückt will dieß so vielsagen: Herr Hülsmann glaubt Christo nur darum und in so weit,als das Erzengniß seiner subjcctivcn Vernunft damit übereinstimmt.Er redet zwar von der höchsten Vernunft; aber wer sagt ihm,was die höchste Vernunft scy, als eben seine eigene, und indemer dieser, wie auch sein ganzes Buch bezeuget, die Macht beilegt,über vernünftig und unvernünftig, über niedere und höhere undhöchste Vernunft abzuurthcilcn, so stellt er seine und die höchsteVernunft als zwei ganz gleiche Größen nebeneinander: denn dasGeringere kann doch nicht über daö Höhcrc urthcilen! — HerrIIIsin. hat freilich nicht für gut gefunden, irgend wie nach-zuweisen, wie er zu dem Rechte gekommen, seine Vernunft unddie höchste Vernunft als zwei gleichbedeutende Instanzen hinzu-stellen. Wir können auch im ganzen Buche nicht im entferntestenetwas von philosophischer Begründung, von dialektischer Durch-führung eines Gedankens, oder von gehaltreicher Erörterung derRathscl der Gcmüthswclt finden, was zu einer solchen Gleichstel-lung der subjcctivcn Meinung (Vernunft genannt) und der höch-sten Vernunft verleiten konnte: aber das müssen wir im In-teresse der h. Schrift behaupten, daß der eiueu Standpunkt außer-
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Theologisches Gutachten über die Prediger-Bibel des Pastor Ed. Hülsmann
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