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Wir wären nnn mit nnsrer Kritik, auch in so fern dieselbeden wissenschaftlichcn Werth dcrPr.-B. betrifft, am Ende,und konnten vom Verfasser und seinem Buche nnn scheiden,wenn derselbe ein bloßcrPrivatgclchrtcr wäre. Wir könnten esdann damit bewenden lassen, am Schlüsse ihm noch zuzurufen,hinführo leiser und bescheidener aufzutreten, und sich doch ja nichtunter denen finden zu lassen, von denen geschrieben stehet: „Sie ver-nichten alles, und reden und lästern hoch her. Was sie reden, dasmuß vom Himmel herab geredet seyu; was sie sagen, das mußgelten auf Erden/'' — Wir könnten mit der Ermahnung schlie-ßen, daß er künftig die Lehren der h. Schrift und der evangeli-schen Kirche, ehe er sie bestreitet, erst gründlich kennen lerne;daß er überhaupt auch in der Wissenschaft sich erst mehr umsehe,und nicht mit so unreifen, unwissenschaftlichen und werthloscnProdukten öffentlich austrete. Der Verfasser dcrPr.-B. ist Pre-diger einer evangelischen Gemeine, und da müssen wir doch umdes Heils der evangelischen Kirche willen die Frage aufwerfen,wie sich die in seinem Buch ausgesprochenen Ueberzcugungeu mitseinem Beruf vereinigen lassen.
Wir sahen, daß der Verf. der evangcl. Kirche gegenüber eineoffenbar feindliche Stellung einnimmt. Er hat nicht etwa nurdie eine und die andere Bcdenklichkcit über die oder die Lehre derevangcl. Kirche: er verwirft alle Grund- und Hauptlchrcn dersel-ben. Da erhebt sich nun die erste Frage: Wie kann Jemand, derso laut und feierlich das Glaubeusbekenntniß der cvang. Kircheverwirft, mit seinem Gewissen, mit den Pflichten der Redlichkeit,der Wahrhaftigkeit, der Treue es vereinbar finden, länger in sol-cher Kirche das Predigtamt zu verwalten? — Was will er de?Gemeinde am Wcihnachtsfcst, am Charfrcitag, am Osterfest, amHimmclfahrtstag sagen?-Was will er am Abcudmahlstifchc,^was mit der Taufe? — Wie kann Jemand mit der Ansicht überEhe und Ehescheidung, die wir in der Pr.-B. fanden, Brautleu-ten am Tage der Trauung das Gelübde abfordern, einer demandern treu zu seyu bis in den Tod? — Und was für einenTrost kann er am Kranren - und Sterbebette mittheilcn?
Vielleicht aber sagt ein Solcher: dieses Bckenntniß, dem ich
*) Machtsprüche eines lutherischen Predigers, in denen die luthcr.Abend mahlst ehre als irrig verworfen wird, sichcS. 286,287. der Pr.-B.