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Theologisches Gutachten über die Prediger-Bibel des Pastor Ed. Hülsmann
Entstehung
Seite
58
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Die Worte: „Meine Seele ist betrübt bis zum Tode," werden erklärt:„Traurig, daß ich fast vor lauter Traurigkeit sterben mochte, d. i.ganz außerordentlich traurig." Au dem betenden Hohenpriester,der in Gethsemane Gebet und Flehen mit starkem Geschrei undThräncn geopfert zu dem, der ihm von dem Tode konnte aushel-fen, sollen wir „scheu, daß wir Gott auch unsere irdischen Wünschevortragen können!!" (S. 295.) — Als wenn Christus da irdi-sche Wünsche seinem himmlischen Vater vorgetragen hätte! —Auchwird uns gesagt, daß der „Ton der Erzählung (von diesem Gc-bctskampf) meisterhaft scy." (294.) Bei dieser Gelegenheit trittdie Homiletik des H. ll. mit einem kühnen, und sehr vielsagenden Nathc hervor. „Will man, heißt es, die Erzählung —wozu ich sehr rathc — ans der Kanzel behandeln, so lasse mankeinen Zug unberührt und halte eine Homilic über dieselbe. Mankann den Gedanken an die Spitze stellen: Christus in Gethsemaneoder der Mensch in den Augenblicken der Entscheidung." — lieberdaS Leiden des Herrn auf Golgatha, über seine Klage: Mein Gott,mein Gott, — werden folgende Bemerkungen gemacht: „Wennein Geistig-Rechtschaffener bis in die Todesgefahr hinein, biszum martcrndsten Kreuzestod seiner gottergebenen Ucbcrzcugnuggetreu gehandelt hat, so ist nichts verloren. Er ist nicht umsonstda gewesen!" (S. 314.) (Große Wahrheit und wichtiger Auf-schluß über Christi Leiden und Tod!) .... „Hangend am Mar-tcrholzc, die furchtbarsten Schmerzen erduldend, umringt von sei-nen trauernden Jüngern, von Frevlern verhöhnt, vom tiefstenMitleid über die furchtbare Verdorbenheit seiner Feinde durchdrun-gen — ist es kein Wunder, wenn der sonst so starke Mann inden Klageruf ausbricht: mein Gott, warum hast du mich verlas-sen?" — Es war also hicnach doch ein schwacher Moment imLeben Jesu, etwas, was einer Entschuldigung bedarf; nur dage-gen protcstirt H. II-, daß es ein „uufrommcr Moment" gewesen.Zu unsrer Beruhigung aber wird hinzugesetzt: „Vor- und nach-her zeigt er dnrchgehcnds eine Seclcnstärke und Seelenruhe, welchenichts zu wünschen übrig läßt." (S. 314.) — Doch wir habengenug davon gehört, wie eine rationalistische Prediger-Bibel dasGrößcstc und Erhabenste in den Staub herabziehet, und das Hei-ligste gemein gemacht. — Ganz abgesehen von dem Interesse undvon der Verpflichtung, die der Glaube hat, solche das Wort vomKreuz vernichtende Erklärungen über Gethsemane und Golgatha