ren Preis gicbt, also alle göttliche Geheimnisse mit ihren uner-gründlichen Tiefen, die kann nicht anders als flach seyn. — Ucbcrdie schwersten Stellen, vor denen die tiefsten Geister lange sinnendund forschend und wohl auch betend stehen bleiben, hüpft H. II.leichten Fußes dahin, findet die Sache sehr einfach und ist schnellmit einer Erklärung fertig. So heißt es S. 386.: „Das Bckennt-niß Jesu von seinem Nichtwissen der Zeit hat unsere streng recht-gläubigen Theologen in gar große Verlegenheit gesetzt. . . . DieSache ist sehr einfach. Christi von heiliger Gottcslicbe durch unddurch durchglühctcr, mit der klarsten Erkenntnis' der Wahrheit be-vorzugter Geist machte ihn zu Gottes Ebcnbilde, zu Gottes Lieb-ling, zu Gottes cingeborncm Sohne. Diesem Messias-Geistekonnte nicht bloß, ihm mußte alles verborgen seyn, welchesvon Umständen abhing, die nur dem Allwissenden bekannt seynkönnen." Mit solchen „einfachen" Erklärungen, die nichts erklä-ren von den göttlichen Geheimnissen, sondern einfach dieselbenwegleugnen, kann man sich allerdings die Sache sehr leicht ma-chen. Ein solcher Christus, ein solcher Sohn Gottes, den mansich selbst gedichtet, und der weiter nichts ist als ein bloßer Mensch,nur mit der klarsten Erkcnntniß der Wahrheit bevorzugt, mit Liebedurch und durch durchglühet (das war Adam vor seinem Falleauch), — der bringet freilich keinen Ercgetcn in die Verlegenheit, intiefes Nachdenken sich zu versenken; der kann, wie alle seine Werkeund Worte, so leicht verstanden und begriffen werden, daß manüberall mit der Erklärung seiner Worte und Werke fertig wer-den kann.
Ferner fehlt es — und das hängt mit dem Vorigen genauzusa mmen — der Schriftcrklärung des H. II. an der rechten Weiheund Salbung. Wo man in der Bibel nicht Gottes Wort, son-dern nur ein menschliches vor sich sichct, da kann sich unmöglichdie heilige Ehrfurcht finden, die uns sagen lehrt: Herr rede, deinKnecht höret. Wo man in Christo nicht den Herrn der Herrlich-keit, den allmächtigen Sohn Gottes, sondern nur einen bloßenMenschen sichct, und in seinen Aposteln also auch nicht die Ge-sandten des großen Königs auf dem Throne der Herrlichkeit, damuß es auch der Ercgese an der Weihe fehlen, welche den Leserimmer fühlen läßt, daß er auf heiligem Boden stehet. — Für daSEbcngcsagte haben wir zwar oben der Belege genug angeführt,und gesehen, wie in der Pr.-B. das Außerordentliche in's Alltägliche,