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Theologisches Gutachten über die Prediger-Bibel des Pastor Ed. Hülsmann
Entstehung
Seite
55
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der Ausdruck „Mcnschcnsohn" so viel heißen als: „der vorzüglichste,grosseste aller Mcnschcu, der Prototypus*), das Urbild aller Men-schen, der Messias." (S. 82.) Welcher dieser Begriffe soll nungelten? Denn Urbild der Menschheit und Messias sind gar nichtdasselbe. Diese Ungenauigkcit und Unbestimmtheit, welche verschie-denartige Erklärungen einer und derselben Sache untereinanderlaufen läßt, verleitet auch zu den vielen Widersprüchen, die sichin der Pr.-B. finden, und deren wir schon oben so manche er-wähnt haben. So lesen wir S. 32.: „Wer wichtige Ucbcrlcgun-gcn anstellen will, der wird allerdings seinen Körper nicht über-laden mit Speisen und Getränken, .... allein fasten wird ernicht!" S. 60. aber heißt es: „Wenn das Fasten aus wahrerFrömmigkeit hervorgehet, hat es einen sittlichen Werth und zieht

wahre Belohnung nach sich Stellt man es an, um sich in

der Selbstbeherrschung und Enthaltsamkeit zu üben, den Geist immermehr zu befreien von der Herrschaft des Körpers, so ist es nichtzu tadeln." Es wird also hier zugestanden, daß das Fasten ge-eignet ist, in der Selbstbeherrschung zu üben, und von der Herr-schaft des Körpers zu befreien. Seite 02. ist dicß aber schon wie-der vergessen. „Das Fasten, heißt es daselbst, ist uns hier imAbcndlandc völlig entbehrlich, .... und ist gar nicht geeignet,fromme Gefühle zu wecken und zu nähren." — Seite 104., woH. II. behauptet, jeder Tag sep ein Tag des Gerichts, heißt es:„Es kann seyn, daß mancher biblische Autor an einen bestimmtenGerichtstag gedacht hat." — Da ist es also noch ungewiß undunbestimmt, ob die biblischen Autoren an einen bestimmten Ge-richtstag gedacht haben; aber Seite 149. wird zugestanden, daßdas Weltgericht in der Schrift als einzelner, bestimmterMoment (also auch als ein bestimmter Gerichtstag) vorgestelltwerde. — Daß die Ercgcse der Pr.-B. sich im Ganzen nurans der Oberfläche aufhalte und durchaus unvermögend scy, indie Tiefe einzudringen, das haben wir schon zur Genüge in somanchen Beispielen gesehen, wo ans die seltsamste Weise das Schrift-wort verflacht und verdreht wurde. Eine Ercgcse, die im Diensteiner solchen Dogmatil stehet, wie wir die des H. II. befundenhaben, einer Dogmatil, welche alle cigenthümlich christlichen Lch-

') Heißt Urbild, hätte also füglich wegfallen können, da das folgende deutscheWort dasselbe sagt.