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Theologisches Gutachten über die Prediger-Bibel des Pastor Ed. Hülsmann
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sen bleiben. Der Rationalismus kann und will nicht über diegefallene Natur hinaus; seine Jünger müssen daher jedes Gebot,zu dessen Erfüllung übernatürliche Kräfte gehören, für unthunlichhalten, nnd dasselbe als unausführbar von sich weisen. Die Gebote,sich selbst zu verleugnen, das eigne Leben zu hassen und in den Todzu geben; Christum anzuziehen, ihn zu wohnen im Herzen, ihmdas Kreuz nachzutragen, um seinetwillen alles hinzugeben; dasSeine nicht zu suchen, sondern das, was der Andern ist, das Le-ben für die Brüder zu geben; nichts zu sorgen, sondern alle Sor-gen auf den Herrn zu werfen, seinen Schatz und das Herz und denWandel im Himmel zu haben, — alle diese Gebote liegen weit, weitüber der Sphäre hinaus, welche der Rationalismus mit seinerKraft erreichen kann. Man gehe durch alle Bücher und Moral-systemc desselben hindurch, und man wird auch nicht eins dieserGebote finden, dessen Sinn nicht verflacht nnd ausgeleert wäre. —Wie weit es mit dieser Ausleerung der göttlichen Gebote, ja mitder Auflösung derselben bei denen gehen könne, die den gefährli-chen Weg betreten haben, die heilige Schrift menschlichen Satzun-gen, Meinungen und Hypothesen zu unterwerfen, dazu findenwir S. 5l). u. 205. merkwürdige Belege. Wir lesen daselbst wiefolgt: „Die Hurerei ist aber nicht der einzige Grund zu einerTrennung der Ehe; es gicbt noch viele andere, oft weit wichtigereund entscheidendere Gründe, wie unwiderstehliche Abneigung, gänzli-cher Mangel an aller sogenannten Wahlverwandtschaft. Ucberhauptkann die Ehe als ein Bertrag unter Verhältnissen, welche diesen Bundfür die Glieder desselben eher uachthcilig als nützlich machen, ohneweiteres aufgelöst werden." (S. 50.) „Getrennt darf die Ehewerden, heißt es S. 205. 200., sobald die Endzwecke dieser Ver-bindung, gegenseitige Veredlung und Beglückung, Fortpflanzungdes Geschlechts, nicht mehr erreicht werden können, oder wenn dieFortsetzung derselben nur zum Unheil und Verderben beider Thcilcausschlagen kann." — Man traut kaum seinen Augen, wennman diese Worte liefet, und auf dem Titel des Buches findet, daßein evangelischer Geistlicher sie niedergeschrieben hat. Ja, wennein Heine, Börne, ein Gutzkow, Theodor Mündt, und wie dieWiederherstelle:- und Wiedereinsetze:- des sündlichcu Fleisches inallen Vollgenuß heißen, solche Grundsatze aussprechen, so kannman sich darüber nicht sehr wundern. Von diesen Männern, derengottlose, alle Sittlichkeit verhöhnenden Schriften von so mancher