die Tugcndlchrc der Nationalisten die Anklage erheben, daß es ihran einer gründliche» und tiefen Erkcnntniß der Sündefehlt. Wir erinnern an das Obengesagtc, wo die Pr.-B. leug-nete, daß die nnwillkübrlich aufsteigende Lust strafbar sey, und andas andre, was dort vom Kampf wider die Sünde bemerkt wurde.Wir sahen, H. II. kennt den Sündcnfall und die Erbsünde nicht.Diese Oberflächlichkeit, welche von den tiefen Abgründen unsersVerderbens nichts weiß, ist auch Ursache der leichtfertigen undvermessenen Behauptung, die wir früher beleuchtet haben: derGlaube an einen Teufel sc» wie dem Christcuthum, so auch derVernunft gänzlich entgegen. Bei einer tiefen und lebendigenErkenntnis; des süudlichcn Verderbens, wic's im eignen Herzenund in der ganzen Weltgeschichte sich offenbart, wäre ein solchesleichtfertiges Verdrehen der klaren Schriftzcuguissc für das Da-scyn Satans, wie wir's in der Pr.-B. finden, undenkbar. —Eine Tngendlchrc aber, dcr's an gründlicher Erkcnntniß derSünde fehlt, muß nothwcndig eine seichte scyn; sie wird vielesSündlichc in Schutz nehmen und wird als nnsündlich erlauben,wogegen sie zum ernstesten Kampfe auffordern sollte. — Es fehltzweitens dem Rationalismus die Erkcnntniß der großen Herr-lichkeit, zu der wir berufen, des hohen Zieles, was unscrmStreben vorgehalten wird. Da der Rationalismus von Wieder-geburt, von gänzlicher Erneuerung deS gefallenen Menschen nichtsweiß, nichts von der Gnade des Herrn, der geben will, was Erfordert, nichts von Gnadcnwirknngen und von einer Mittheilnngübernatürlicher Kräfte, so muß ihm der eigentliche Sinn der Ge-bote der h. Schrift, heilig zu scyn, wie Gott heilig ist, vollkom-men zu scyn, wie der Vater im Himmel vollkommen ist, vcrschlos-
*) Nur Ein Beleg hiezu möge außer dem, was früher darüber gesagtwurde, hier seinen Platz finden — S. 132. finden wir folgende Worte!„daß ich also einen Dämon vertreibe, mithin gleichsam das Reich des„Oberteufels beraube und zerstöre, ist nicht nur ein Beweis, daß ich gegen„den Obcrtcufcl feindlich gesinnt bin, sondern auch, daß ich ihn übertreffe an„Macht, mithin der wahre Messias bin." H, II. behauptet aber, daß eskeinen Teufel und keine Dämonen gebe; mithin legt er dem Herrn folgendeSchlußrede in den Mund: weil ich Teufel austreibe d.h. Undinge, die esgar nicht giebt, und weil ich den Obcrtcufel beraube, d. h. ein Unding,welches nicht da ist, so könnet ihr sehe», daß ich viel mächtiger bin, alsdieser Oberteufel, d.h. als dieses Unding, und folglich der wahre Messias!!— Welche Logik!