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dcr zukünftigen Welt in sich aufnimmt, und mit aller Gottcsfüllesich erfüllen läßt, der vermag cö wohl, „als ein göttlich Werksich zu erweisen, das uns wandelt und ncugcbicrt aus Gott, diealte Natur tödtct, ans uns macht andre Menschen an Herz, Much,Sinn und allen Kräften, den heiligen Geist mit sich bringt, als einlebendig, geschäftig, thätig, mächtig Ding, dem es unmöglich ist,daß er nicht sollte ohne Unterlaß Gutes wirken." (Luthers Vor»rede zum' Brief an d. Röin.) Dieser Glaube vermag so großes,weil der Gegenstand, den er ergreift, dcr lebendige Christus, dcrHerr über alles, der Fürst dcS Lebens ist. — Dcr Nationalist aberhat ganz Recht, wenn er von seinem Glauben nichts erwartet;dcr Gegenstand seines Glanbens ist ein unbekannter Gott, ein ver»storbencr Jesus Herrschaft und Macht, ohne Thron und Scep-tcr, und ein mit einem „dunkeln, undurchdringlichen Schleier ver-hülltes Jenseits" (S. 242.) Ein Glaube mit solchem Gegenstand,ein solcher Glaube, der eigentlich nichts ergreift, nichts erfaßt,nichts sich aneignet von seinem Objekt (— denn diesen unbekanntenGott, diesen wer weiß in was für einer fernen Region sich aufhal-tenden Christus oder „bei Gott selig waltenden Mcssiasgcist," *vermag dcr rationalistische Glaube durchaus nicht zu erfassen; —)solcher Glaube kann freilich nichts wirken, kann nicht selig machen,kann nicht Friede und Freude ins Herz bringen; der kann den Men-schen nicht wiedcrgcbärcn und erneuern, kann die alte Natur nichttödten, den heiligen Geist nicht mit sich bringen. Es ist dieser Glaubeeben nichts anders als eine todtc Uebcrzcngnng, ein Fürwahrhaltcudieser oder jener Meinung. Man darf sich daher gar nicht wun-dern, wenn man H. II. gegen die Lehre von der Rechtfertigungdurch den Glauben so eifern sichet, daß er die köstliche Perle alswäre es Unrath aus der Bibel und aus dcr evangelischen Kirchehinauswerfen will. Denn also hörten wir ihn früher sprechen:„Gerecht vor Gott ist nur, wer in sich gerecht ist. Eine zugerech-nete Gerechtigkeit ist ein moralisches Unding und enthält einen in-ner» Widerspruch." (S. 270). Er bedenkt in diesem Eifer wohlnicht, daß er mit solchem Ausspruch dcr evangelischen Kirche denSchcidebricf gicbt, und daß er hiemit gerade die Lehre mit Füßentritt, welche Luther und den andern Reformatoren das größteKleinod und zugleich die mächtigste Waffe zur Ucberwindnng dcSPabstthums war. Sv sehr ist dieser Gesinnung, welche die Eigen-' Siehe S. 109.