34
ungestört fortwirken zu lassen." — Daß dies? Verschwinden durch-aus nicht heißen könne: er ist stchtbarlich in einer Wolke genHimmel gefahren, sondern daß die Himmelfahrt hier geleugnetwird, bedarf kaum eines Nachweises. Denn wer an eine Him-melfahrt glaubt, daß der Herr zusehends anfgchaben scy, und dieJunger ihm nachgesehen haben gen Himmel fahren, bis eine Wolkeihn ihren Augen verbarg, der kann ja nicht wähnen, daß durchsolche majestätische Auffahrt ein früherer Eindruck verwischt werde;kein größerer Triumph laßt sich ja denken, und nichts, wodurchmehr alle frühen: heilsamen Eindrücke bestätigt und versiegeltwerden könnten, als solche Himmelfahrt vor den Augen der Jün-ger. — Wer aber freilich an keine Himmelfahrt glaubt und glau-ben kann, weil er von materialistischen Idealismus, und von denSatzungen einer an die Elemente dieser Welt gebundenen Philo-sophie gefesselt nicht über diese gegenwärtige Welt und ihre Er-scheinungen hinauskommen kann, und also auch gar nicht weiß,wo er im Himmel mit dem Leibe eines Auferstandenen bleibensoll, der muß sich über die Himmcfahrt des Herrn so ausdrücken,wie wir's in der Pr.-B. finden, und muß von Verschwinden unddcrgl. reden. Das soll offenbar hier nach dem ganzen Zusammen-hange heißen, Christus habe sich bald nach seiner Auferstehungden Blicken seiner Jünger entzogen, fiy auf einmal nicht mehr un-ter ihnen erschienen, daß sie nicht wußten, wo er geblieben war.— Was aus ihm geworden, ob er wieder gestorben, oderwo er denn geblieben, das hütet sich H. II. uns naher mitzuthei-len; er ist vielleicht auch selbst damit noch nicht im Klaren, scheuetsich vielleicht vor sich selbst, sich das auszusprechen, was dieCon-scqncnz seines Systems eigentlich fordert. — Daß aber Christusmit seinem Anfcrstehungslcibe nicht gen Himmel gefahren scy, dassagen deutlich-die Worte (S. 400.): „Er (nchmlich Jesus) hattedie Aufgabe seines Dascyns gclösct, die Gottheit verklärt durchein göttliches Denken, Empfinden, Wollen und Handeln, und festauf die alles Gute mächtig fördernde Wcltordnung bauend, trater ab vom Schauplatze seines Wirkens. Er kehrte zurück zum Va-ter, der ihn gesandt hatte. „.... War Jesus wahrend seines Erden-lcbcns im Besitz der höchsten geistigen Würde, so ist cr's auch jenseits,eben weil sein Geist unsterblich ist und auch droben derselbe bleibt." —Also nur von Unsterblichkeit seines Geistes hören wir hier; nurdas wird gesagt, daß droben der Geist Jesu derselbe bleibe.