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Theologisches Gutachten über die Prediger-Bibel des Pastor Ed. Hülsmann
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Lehre, daß Gott Christum zum Gnadcnstuhl durch den Glaubenin seinem Blute dargestellt-habe. Ja mau entblödet sich nicht alshöchst verderblich und gotteslästerlich die Lehre auszuschreicn, welchePaulus so sehr als den Kern des Evangeliums anpreiset, daß erdas Evangelium schlechtweg das Wort vom Kreuz nennt.

Daß es im ganzen Evangelium nichts süßeres giebt als dießWort: Er ward ein Fluch für uns, damit wir vom Fluch desGesetzes erlöset würden, — das hat das Zeugniß aller wahrenChristen allen Zeiten versiegelt, und das wird noch heute Jeder,mann bestätigen, wer den Fluch des Gesetzes gefühlt, und dasgänzliche Unvermögen der menschlichen Natur erkannt hat, aussich selbst ein Heilmittel wider Sünde und Tod zu bereiten. Wereine lebendige Erkenntniß vom Gräuel der Sünde und vom ErnstGottes wider die Sünde hat, der weiß auch, daß das Gewissenmit nichts andcrm wahrhaft gestillt und befriedigt werden kann,als indem es hingewiesen wird auf den Gnadenstuhl, wo Gottzugleich seine Gerechtigkeit erweiset, indem er Sünde vergiebt.(Röm. 3, 25. 26.) — Aber grade an dieser lebendigen Erkennt-niß der Sünden fehlt es dem Rationalismus; seine Jünger er-schrecken keinen Augenblick vor Gericht und Hölle, (vergl. Psalm73, 4. — Hiob 21, 13.) Zorn Gottes, Weltgericht, Vcrdammniß,Hölle sind altvätcrsche, längst beseitigte Vorstellungen. — Dem-un-gebrochencn, selbstgerechten Herzen ist daher nichts widerlicher alseine Lehre, die allen menschlichen Ruhm zu nichte macht, und derGnade allein die Ehre giebt. Wie so gar nichts von der Erlö,sung durch Christi Blut die Pr.-B. weiß, erstehet man auch dar,aus, daß sie ans den Tod des Herrn gar kein Gewicht legt.„Von unserm Standpunkte aus, heißt es S. 315., kann uns dieUntersuchung, ob Jesus im strengsten Sinne todt gewesen sey,so überaus wichtig nicht seyn." Die Schrift aber legt auf denTod des Herrn den größten Nachdruck; zur Vollendung des Vcr-söhnungswcrkes, zur Vollgültigkcit des Opfers gehört ihrem Zeug-niß gemäß wesentlich der Tod des Herrn.

Und wie sichet es dann mit der Auferstehung Jesu Christi aus,wenn es nicht so wichtig ist, ob Jesus im strengsten Sinne todtgewesen? Ob es eine wirkliche Auferstehung von den Tobten waroder nur ein Erwachen aus einem Scheintodc, das kann dannfür einen solchen Standpunkt auch so überaus wichtig nicht scpn.Und es ist es auch nicht. Daß H. II. mit seinem Glauben an