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Theologisches Gutachten über die Prediger-Bibel des Pastor Ed. Hülsmann
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Blut zu dem Range clncS christlichen Dogma erhoben werden kön-nen, so müßte sie von dem Herrn, wenigstens nach seiner Aufcr-stchnng, deutlicher vorgetragen scyn, als dicß in der That derFall ist." „Verwerflich — und der Lehre Jesu nicht gemäß, heißtes S. 313., — ist jedenfalls die Ansicht derjenigen, die diesenTod (des Herrn) ansehen als ein Sündopfcr für die Sünden derMenschen." Dazu gehört denn auch die Stelle S. 270.: „Ge-recht vor Gott ist nur, wer in sich gerecht ist. Eine zugerechneteGerechtigkeit ist ein moralisches Unding und enthält eine conti-,-clictio in -„ljecto (d.h. einen innern Widerspruch)." — Das Wortvom Kreuz, wie Paulus die Lehre von der Versöhnung nennt,ist also dem H. II- Thorheit und Acrgeruiß, wie jenen Inden,die Zeichen forderten und den Griechen, die Weisheit suchten. —Wir wundern uns nicht nach alle dem, was wir in der Pr.-B.über die Person des Erlösers gehört haben, wenn auch das Werk,um deswillen er hauptsächlich gekommen ist, nehmlich, sein Lebenzu einem Lösegeld für Viele zu geben, nicht allein verdunkelt undverkannt, sondern ganz geleugnet wird. — Die Lehre vom Hohcn-pricsterthum Ehristi, von seinem Vcrsöhnungstod, von seinem Opferhat so wenig eine Stelle im Rationalismus als im Koran derdcnkgläubigen Muhamcdancr und im Talmud der abtrünnigenJuden. Die wollen keinen Sohn Gottes, und brauchen auch keineVersöhnung. — Daß eine Lehre, welche nur die Offenbarung vonFleisch und Blut, aber nicht die vom Vater im Himmel kennt,am Worte von der Versöhnung Anstoß nimmt, ist ganz natürlich.Denn hier eben haben wir's ja vorzüglich mit der gehcimnißvollcn,verborgenen Weisheit zu thun, die keiner von den Obersten dieserWelt erkannt hat; hier erscheint uns in seiner ganzen Größe undHerrlichkeit der Rathschluß Gottes, den kein Weiser der Welt ge-ahnct hat, seinen Sohn für eine Welt der Sünder in den Todzu geben.— Es ist eben so dcmüthigend für die menschliche Weis-heit, unter ein solches Geheimnis sich zu beugen, von dem sie nichtsgcahnct hatte, als empörend für die Selbstgerechtigkeit, daß eskein andres Mittel geben solle, aus Sünde und Schuld zu erret-ten, als das Vcrsöhnopfer Jesu Christi. — Die Weisheit dieserWelt hat daher M'e auch die Eigengcrechtigkcit von jeher widernichts so sehr geeifert, als gegen die Lehre von der Versöhnung;über nichts kann heutiges Tages der Unglaube in allerlei Formen,besonders der Rationalismus, sich so sehr entrüsten als über diese