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Theologisches Gutachten über die Prediger-Bibel des Pastor Ed. Hülsmann
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der Weg, die Wahrheit und das Leben scy, durch den man alleinzum Vater kommt, — daß Er der Immanuel sey, der aus den Väternnach dem Fleisch bcrkommt, und Gott ist über alles, hochgelobctin Ewigkeit, — davon findet sich in dem ganzen Buche keine Spur.Sohn Gottes ist nach S. 537. so viel als „Geistesverwandterder Gottheit." Aber das unterscheidet Christum uicht von al-len andern Gläubigen; nach 1. Cor. 6. werden, die dem Herrnanhangen. Ein Geist mit ihm: das will noch mehr sagen als „Gei-stesverwandter." Der Ausdruck „Sohn Gottes" von Jesu ge-braucht, soll (nach S. 179) andeuten, daß er König scy im Reicheder Geister, d. i. daß seine Lehren, Gebote, Vorschriften für allefreie und vernünftige Wesen Regel und Richtschnur seyn sollen,daß er der höchste Stellvertreter Gottes auf Erden, von der Gott-heit ausgegangen, daß er das Ebenbild der Gottheit scy, daß ersich des göttlichen Wohlgefallens im höchsten Grade erfreue undmit der innigsten kindlichen Liebe an seinem himmlischen Vater hange."— Das ist das Höchste, was uns die Pr.-B. von dem Sohne Got-tes zu sagen weiß; ein großer Aufwand von Worten ist gebraucht,daß es fast ausstehet, als wäre doch von der Herrlichkeit des Ein-geborncu hie etwas zu finden: aber wenn man's näher betrachtet,stehet man doch nichts anders als einen bloßen Menschen Jesus.Nicht allein ein Socinianer, sondern auch jeder Rationalist wirdunbedenklich dieses Glaubcnsbckenntniß unterschreiben. Nur alsLehrer wird er uns hier vorgestellt; Stellvertreter Gottes auf Er-den waren Moses, David, Elias und alle Propheten; höchsterStellvertreter heißt also ein größerer Lehrer als Moses, Davidoder sonst Jemand. Die Herrschaft über Himmel und Erde imeigentlichsten Sinne, die der Sohn Gottes vermöge seiner Wcscns-einhcit mit Gott hat, wird ihm von Hr. II. ausdrücklich abgespro-chen. In den Worten „Alles ist mir übergeben von meinem Va-ter" scy von einer Weltherrschaft gar nicht die Rede, sondern nurvon einer geistigen Herrschaft Jesu mittelst seiner Lehre. „Von ei-ner andern Herrschaft als von einer solchen kann überhaupt (heißtes S. 121.) nicht die Rede seyn." Von einem Sitzen und Herr-schen Christi zur Rechten Gottes kann also auch nicht die Rede seyn.Der Thron der Herrlichkeit, von dem Jesus sagt, er werde aufdemselben sitzen, ist (nach S. 213.) nur ein Bild der geistigen, sitt-lichen Größe Jesu, seiner rein geistigen Herrschaft über die Men-schen. — Mit der Stelle aus dem llsiten Psalm, wo vom Sitzen