zubreiten trachte. Wenigstens fehlt es in seinem Buche nicht anAndeutungen, daß er auf diesen Ruhm Anspruch mache; so ist erja auch ein Prophet und jeder begeisterte Prediger ist ein Prophet.— Wir sehen, H. H. hat gar nicht einmal eine Ahnung von derPropheten-Würde; seine Theologie hat gar kein Organ dafür, dieHerrlichkeit eines Jcsaias zu erkennen, der 700 Jahr vor Christosein Leiden und seinen Tod beschreibt, als hatte er unter dem Kreuzgestanden, (vcrgl. Jes. 53.) — So muß denn auch Christus seinerProphctcnwürdc verlustig gehen. Was bleibt denn noch von sei-ner Herrlichkeit über? — Wenn das so fortgehet, wo ist da nurnoch eine Spur von der Herrlichkeit des Eingeborncn zu finden? —Es gehet so fort, wie wir gleich weiter sehen werden. — Wie ver-letzend für ein christliches Gemüth ist der Lobspruch: „Der GeistJohannis und der Geist Jesu war ein solcher, daß er unter vor-thcilhaften Umgebungen, recht wohl aus si ch selbst heraus daswerden konnte, was er in der That geworden ist." (S. 413.) —Schon diese Zusammenstellung Jesu mit Johannes ist sehr unpassend;und wie unwürdig, über den Herrn sich so auszudrücken: untervortheilhaften Umgebungen konnte sein Geist das werden, was ergeworden ist! — Unwürdige Sprache ist es, von Jesu hoher gei-stiger Trefflichkeit zu reden! (S. 419.) — Der Ehre Jesu zu nahetritt man mit solchem Wort, wie S. 85. sich findet: „Jesus, viel-leicht nicht ahnend, welche Folge diese Erlaubnis! (nchmlich die,in die Saue zu fahren) nach sich ziehen würde." Wenig Ehrfurchtvor dem Herrn der Herrlichkeit thun die Worte kund: „die Weis-heit und sittliche Große Jesu lassen sich in etwa erklären, wennman auf die Bildungsmittcl hinweist, die diesen von Natur einzi-gen und eminenten Geiste in den Büchern der Art zu Gebote stan-den." — Sokratcs war auch ein eminenter Geist, Plato auch,Julius Cäsar auch; Karl der Gr., Friedrich der Einzige, Napo-leon, Göthe, waren lauter „eminente" Geister. — Christi ganzunwürdig heißt es S. 101: „Jesus war schon damals mit sich imReinen, daß er der Heiland der ganzen Welt werden wollte."Das klingt so, als wenn Jesus auf so menschliche Weise sich vor-genommen hätte, der Heiland zu werden, wie Alexander sich vor-nahm, die Welt zu erobern. Daß der Herr nach den irrigen Vor-stellungen seiner Zeit sich accomodirt, d. h. dem Jrrthum sich an-bequemt habe, wird S. 191. mit dürren. Worten ausgesprochen.Wie kau» er danu die Wahrheit scyn? Doch davon, daß Jesus
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Theologisches Gutachten über die Prediger-Bibel des Pastor Ed. Hülsmann
Seite
26
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