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keine Antwort, wenn der Mensch mit ihm redet; Erhörung desGebets ist nichts. So lesen wir in der Pr.-B. S. 56.: „UnserGebet ändert in den Rathschlüssen der göttlichen Weisheit undLiebe nichts ab. Der Gedanke, daß uns Gott auch ohne unserGebet gebe, was uns heilsam und nützlich ist, scheint mir auchweit beruhigender zu scyn, als der Glaube an eine Ein-wirkung des Gebets auf die Gottheit." Dieser Gott derRationalisten belohnt Niemand, straft Niemand. Das Gute be-lohnt sich selbst, das Böse bestraft sich selbst, und zwar besteht,wie uns an vielen Orten der Pr.-B. versichert wird, der Lohndes Guten in nichts andcrm als in dem Bcwußtseyn, das Gutegethan zu haben, und die Strafe nur darin, die Vorwürfe desbösen Gcwissenö hören zu müssen. Dieser Gott, den die mensch-liche Vernunft sich gemacht, richtet auch nicht; das Gericht voll-ziehet sich in jedem Augenblick von selbst. Eben so wenig segnetoder tröstet dieser Gott; was uns die H. Schrift als die Sum-ma alles Trostes darstellt — die Zusicherung der Gnade, der Rufdes lebendigen Gottes in's Herz des bekümmerten Sünders: Dirsind deine Sünden vergeben, wird nach der Erklärung, die wirS. 88. finden, ein leeres Nichts. „Gott vcrgicbt die Sünden,heißt es daselbst, insofern Gott die menschliche Seele alsoeingerichtet hat, daß sie, sobald sie sich gründlich bessert, sichmit dem Ewigen wieder ausgesöhnt fühltnnd seiner Gnade und seinesWohlgefallens sich wieder getröstet." Nun dieser Gott, der keineWunder thun kann, der sich nicht offenbart, und nicht einmaleiner bekümmerten Seele zurufen kann: Scy getrost, deine Sün-den sind dir vergeben; dieser Gott, den unser Gebet zu nichts be-wegt, der nicht belohnt und nicht bestraft, das ist nicht der leben-dige Gott, sondern nur ein abgezogener Begriff, ein Gebilde undGemachte des menschlichen Herzens. — Daß der lebendigeGott dem Nationalismus fehle, das thnt sich noch ganz beson-ders in der Behandlung der Weissagungen kund. — Die Pr.-B.weiß durchaus nichts von Weissagungen; „sie sind, wie es S.546. heißt, Ankündigungen dessen, was nach dem Zeug-nis' der Geschichte und nach den ewigen, unabander-lichcnGesetzen der göttlichcn Wcltordnung in der Zu-kunft geschehen muß." Das heißt mit andern Worten so viel:Weissagungen sind Folgerungen, die der menschliche Scharfsinnans der Vergangenheit für die Zukunft macht. Besonders schnöde