über, Gottes Wort zu seyn. Es muß sich nun gefallen lassen,gedrchet, gedeutelt, verstümmelt, berichtigt, verbessert, oder auchhie und da ganz aufgehoben zu werden. — Die Evangelisten müs-sen es sich gefallen lassen, daß ein Scribcnt des Igten Jahrhun-derts Licht in ihre Berichte bringt, und uns erzählt, wie viel-leicht (Pred.-Bib. S. 85.) in jener Geschichte mit den Bcsessc-(Matth. 8, 28—34.) der Hergang der Sache gewesen. Dennso, wic's Matthans erzählt, kann es nicht geschehen seyn; „zumGlauben der Berichterstatter kann ich mich (sagt H. II.) nimmer-mehr bekennen." (S. 85.) Und warum nicht? Seine Philosophieund seine Physik verbieten es ihm; man solle doch ja, ruft eruns zu (S. 84.), die geschichtliche Glaubwürdigkeit der Evange-listen von ihrer philosophischen unterscheiden. An Tcnfclsbcsitzun-gen glaube er nicht und über naturwissenschaftliche Gegenstände,welche die Forschungen der neucrn Zeit vielfach aufgehellt haben,scy er andrer Ansicht als „die biblischen Autoren." (S. 85.) Aberwas für Beweise gegen die Möglichkeit von Tenfelsbcsitzungenoder gegen irgend ein biblisches Wunder haben uns die natur-wissenschaftlichen Forschungen der nenern Zeit geliefert oder kön-nen sie je liefern? — Die Frage ist ja nicht, ob durch diese oderjene physische Einwirkung diese oder jene physische Erscheinunghervorgebracht werden könne, ob durch die und die chemische Agcn-tien der und der chemische Korper könne dargestellt werden: son-dern ob durch Hereintrcten und unmittelbares Eingreifen einerübernatürlichen Kraft diese oder jene Wirkung hervorgerufenwerden könne. Nur bei jener Frage haben Physik und Chemiemitzusprechen; die letztere Frage aber ist rein theologisch, und hat mitnaturwissenschaftlichen Forschungen gar nichts zu thnn.— Etlicheandere vielleicht, mit denen eine menschenfreundliche Schriftcr-klärung die bösen Geister und ihren Fürsten aus der Schrift zuverbannen meint, finden wir S. 29—31. — Denn, daß die Ver-suchungsgcschichtc keine wirkliche Geschichte sey, ist dem Verfasserder Pred.-Bib. so gewiß, daß cr's für unnöthig hält, zur Wider-legung dieser Ansicht noch ein Wort hinzuzufügen. „Sollte dennGott, fragt er S. 31., dem Teufel die Macht gegeben haben, ansErden umherzugehen und die Menschen zu versuchen? hat dennder Satan Gewalt über alle Reiche der Welt, so daß er dieselbenJemanden anbieten kann?" — Diese Fragen entscheidet der Macht-spruch: „der Glaube an einen Teufel, der den Mcnscheu schaden
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Theologisches Gutachten über die Prediger-Bibel des Pastor Ed. Hülsmann
Seite
9
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