Cap. II. Schwimmender Collimator. 101
zu bestimmen, welches wahrscheinlich nicht das amwenigsten genaue, sicherlich aber in unzähligen Fallendas beguemste nnccr allen ist, gewahrt der schwim-mende Colliniator (Fig. LÜ.), eine neue Erfin-dung des Capitains Kater. Dieses zierliche Instru-ment ist weiter nichtö, als ein kleines Fernrohr, inseinem Brennpunkte mit einem Fadenkreuze versehen,und horizontal, oder doch so viel als möglich hori-zontal, auf einem ebenen eisernen Schwimmer be-festigt, der ans Quecksilber schwimmt, und folglich,wenn er sich selbst überlassen wird, immer eine unddieselbe unveränderliche Neigung gegen den Horizontannimmt. Wenn die Krenzfadcn des Collimators vonder Seite des Oculars her durch eine Lampe crlcnch-ret werden, so laufen, da sie sich im Brennpunkte dcSObjectivglases befinde» , die Strahlen von ihnen außer-halb des Objccrivs parallel, und sie können deshalbvon dein Objcctivglasc eines andern Fernrohrs in einemBrennpunkte vereinigt werden, wo sie ein Bild geben,als ob sie von einein i» ihrer Richtung be-findlichen Himmelskörper kamen, d. h.von einem solchen, dcsien Hohe ihrer Neigung gegenden Horizont gleich ist. ES kann also dcrDurchschnittS-pnnkt des Collimatvrkreuzcs beobachtet werden, alsvb er ein Stern scy, und zwar kann dieses gesche-hen, wie nahe auch die beiden Fernrohre einanderstehen möge». Indem man nun den Collimator, aufdem mit Quecksilber gefüllten Gefäße fort wahrendschwimmend, von der einen Seite eines Kreisesa» die andere bringt, erhalt man gleichsam zweiHimmelskörper von genau gleichen Höhen anentgegengesetzte» Seiten dcS KrciSmittelpunkcS; undwenn diese nach einander mit dem Fernrohre des Krei-ses beobachtet werden, so daß das Fadenkreuz desFernrohrs das Bild des Eollimatorkreuzcs halbirt (fürwelchen Zweck man den Faden des letzter» KrenzcSabsichtlich eine Neigung von 45" gegen den Horizontgegeben hat, siehe Fig. LI.), so wird die Differenzder Ablesungen am Limbns des Kreises den doppeltenZenithabstand eines jeden Bildes geben, woraus, wie