100
Astronom!.'.
Cap. 1^-
Differenz wird dstnn der doppelte Aenithabsinnd von 8,und die Hälfte derselben der einfache Zcnithabstandscyu, deffen Conipleinent die Hohe von 8 ist. Aufdiefe Art wird die Höhe bekannt, welche einer gege-benen Ablesung des Limbus entspricht, oder mit an-dern Worten, es ist der Horizontalpunkt auf dem Lim-bus des Kreises ausgemittclt. Wie weitläufig auchdieses Verfahren erscheinen möge, so giebt es dochkeine andere Art, die Libelle für diesen Zweck anzu-wenden , welche nicht am Ende auf jencö hinausliefe.Sehr häufig benutzt man indessen die Libelle als einbloßes Ve rsi ch e ru ng sm i t tcl , um einen Hori-zontalpunkt, der bereits auf andere Weife gur be-stimmt ist, sich zu erhalten; und dieses geschieht da-durch, daß man die Libelle genau einstellt, und denInder ihres Trägers am Kreislimbus abliest, wenndas Fernrohr genau die horizontale Richtung hat,welche Versicherung des Horizontalpunktes jedoch ganzauf der Permanenz dieser Berichtigung der Libelle be-ruht. *)
144) Das letzte Mittel, den Horizontalpunkt
5) Da die Ausdehnung undZusanimeuziehung des in die Glasröhre gefüllten Weingeistes durch die Warme und Kälteweit beträchtlicher ist, als die der Glasröhre selbst, sonimmt die Blase bei jeder Tcmperaturverändcrung eineandere Länge an. Hat man daher die Libelle so berichtigt,daß, bei horizontaler Lage des Fernrohrs, die Endpunkteder Blase, diesseits und jenseits Von der Mitte der Libellen,skale, um gleich viele Theile derselben von dieser Mitte abstehen, so braucht man, welche Temperatur auch stattfinden,und welche Länge die Blase also auch habe» möge, nur darauf zu scheu, daß die Endpunkte der Blase immer umgleich viele Theile auf beiden Seiten von der Mitteder Skale abstehen, wo denn der Arm, welcher die Libelleträgt, dieselbe Stellung gegen den Horizont haben wird,als zur Zeit ihrer Berichtigung, vorausgesetzt, daß die Libelle selbst nicht ihre Lage gegen den Arm, der sie trägt,in der Zwischenzeit geändert habe, was freilich durch dieEinwirkung derTeinperatur auf dieAusdehnung und Span-nung der Metalle nicht selten geschieht. (Siehe Art. 10ll.)