Cep. >l.
Bleiloth. Wasserwaage.
Belang in der Astronomie, daß der Leser oder Stndi-rendc alle Mittel kennen lernen muß, welche man fürdiesen Zweck anwendet. Diese sind: der künstliche Ho-rizont, das Bleiloth, die Wasserwaage und der schwim-mende Collimaror. Der künstliche Horizont ist bereitserklärt worden. Das Bleiloth besteht aus einem feinenFaden oder Draht, an welchem ein Gewicht hang^dessen Schwingungen dadurch verhindert und schnell zurRuhe gebracht werden, daß man es in Wasser tauchenlaßt. Die Richtung, welche ein solches Bleiloth, vor-ausgesetzt, daß der Faden voll ko mm e n b i e g sa msey, zuletzt annimmt, ist diejenige der Schwere', oderpcrpcndicular zur Oberfläche des ruhigen Wassers.Die Anwendung desselben für die Zwecke der Astrono-mie ist indessen so zarter und schwieriger Natur, dabeiauch der Begehung von Fehlern ausgesetzt, wenn nichtaußerordentliche VorsichtSmaaßregcln angewendet wer-den, daß man es gegenwärtig fast dnrchgchends auf-gegeben , und mit der bcguemern und eben so genauenWasserwaage vertauscht hat.
142) Die Wasserwaage oder Libelle (Fig. 18. a.)ist weiter nichts, als eine gläserne Rohre, die miteiner Flüssigkeit (man nimmt jetzt allgemein zum Füllenderselben Weingeist, einmal, wegen seiner außerordent-lichen Beweglichkeit, und dann auch, weil er nichtgefriert) beinahe gänzlich angefüllt ist, und worin dieBlase, bei horizontaler Lage der Röhre, gleichgültigin irgend einem Theile ruhen würde, wenn die Rohremathematisch gerade seyn könnte. Da aber dieseBedingung unmöglich erfüllt werde» kann, und jedeRöhre eine schwache Krümmung besitzt, so wird dieBlase, wenn die converc Seite aufwärts gekehrt wild,den höher» Theil einnehmen, wie in derFigur 18. h.,wo die Krümmung absichtlich übertrieben worden, an-gegeben ist. Angenommen, daß eine solche Nöhre>wie z. B. auf einer geraden Unterlage O k) be-
festigt, und bei atz mit zwei Punkten versehen jey>die gerade so weit auseinander liegen, als die Längeder Blase beträgt, so leuchtet ein, daß, wenn dasInstrument so gestellt wird, daß die Blase diesen Zwi-Herschels Astronomie. 8