Astronomie.
Cap. Ii-
schcnraum einnimmt, LI) keine andere, alseine be-stimmte Neigung gegen den Horizont babcn kbnne,weil, bei der geringsten Bewegung auf die eine oderdie andere Seite die Blase ihren Ort verlassen undnach der hoher» Seite sich begeben würde. Soll nunz. B. untersucht werden, ob eine gegebene Linie L ^horizontal ist, so setze man die Basis LI) der Libelleans diese Linie, und bemerke die Punkte annd i), zwi-schen welchen die Blase genau enthalten ist; dann dreheman die Libelle ganz um, so daß L nach L, und I)nach ? kommt. Wenn alsdann die Blase wieder den-selben Ort zwischen a und h einnimmt, so ist klar,daß ? ^ keine andere als eine horizontale Lage habenkönne. Im entgegengesetzten Falle ist diejenige Seiteam höchsten, nach welcher sich die Blase begiebt, undsie muß daher tiefer gestellt werden. AstronomischeLibellen sind mit einer cingethcilten Skale versehe»,mittelst welcher man die Orte der Enden der Blasescharf bemerken kann; und mau behauptet, daß die-selben so empfindlich ausgeführt werden können, daßeine Winkelabweichung von genauer Horizontalitat vondem Betrage einer einzigen Sccunde durch sie ange-zeigt wird.
143) Die Art, wie eine Libelle angewendet wer-den kann, um den Horizontalpnnkt am Limbus einescingetheilten Vertikalkreises zu finden, kann so erklartwerden: Es sey (Fig. 19.) ein au einem solchenKreise LL si gut befestigtes Fernrohr, welches zugleichmit demselben um die Horizontalare L sich bewegt,die, wie bei einem Mittagsfernrohre, muß umgekehrtwerden können (siehe Art. 127.), und mit welcher derKreis unzertrennbar verbunden ist. Man richte dasFernrohr nach irgend einem entfernten und gut begrenz-ten Objecte 8, und Halbirc dasselbe genau mittelst desHorizontalfadens des Fernrohres, in welcher Lage dasInstrument festgestellt wird. L sey eine Libelle, welcherechtwinklig auf dem Arme L? befestigt ist, der beisi mit einem Mikroskop oder Vernicr, und so auch,wenn man will, bei L versehen ist. Dieser Arm paßtgenau auf die Are L, so daß er sich sauft um die-