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Astronomie.
Cap> II.
mit Instrumenten, selbst von der plumpsten Art, zuverfolgen sich bemuhte, so fand man, daß der Be-griff vollkommener Kreise, um einen und denselbenPol beschrieben, keine richtige Darstellung der Erschei-nungen gab, sondern daß durch irgend eine Ursache derscheinbare Tagekreis jedes Sternes zn einer Art vonOval verzerrt werde, in welchem das untere Segmentmehr abgeplattet ist, als das obere; und daßdie Abweichung vom Kreise um so großer werde, jenäher der Stern dem Horizonte komme, gerade so,als ob der Kreis von unten aufwärts gedrückt werde,und zwar die unteren Theile mehr, als die oberen.Für eine solche Wirkung, da man bald fand, daß derGrund davon weder dem Zufalle zugeschrieben, noch imInstrumente aufgesucht werden dürfe, mußte man noth-wendig eine natürliche Ursache suchen, und man stießleicht auf die Nefractiou, womit die Schwierigkeit ge-hoben war.
Dieser Fall ist in der That demjenigen von derscheinbaren Verzerrung der Sonne am Horizonte, wo-von bereits im Art. 47. gesprochen wurde, ganz analog,nur in einem größeren Maaßstabe, und bis auf größereHöhen sich erstreckend. Nachdem dieses neue Geseh ein-mal begründet war, mußte man den Ausdruck des voralten Zeiten Angenommenen modificiren, indem maneinen V o r behalt für die Wirkung der Strahlenbre-chung hinzufügte, oder einen Unterschied machte zwi-schen den scheinbaren Tagekreiseu, welche von derStrahlenbrechung afficirt sind, und den wahren, dievon dieser Wirkung befreit sind.
11ö) Der erste Eindruck ferner, den der Anblickder täglichen Bewegung des Himmels hervorbringt,ist der, daß alle Himmelskörper diese Umdrehung ineiner gemeinschaftlichen Periode, nämlich in einemTage oder in L4 Stunden vollbringen. Sobald wiraber die Sache mit Hülfe von Instrumentenuntersuchen, d. h. wenn wir mit Hülfe von Chrono-metern ihre auf einander folgenden Eintritte in denMeridian aufzeichnen, so finden wir Differenzen, diesich nicht mehr durch einen Fehler der Beobachtung