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Soll aber Wasser von der Temperatur 0° in Dampf vonder Temperatur 100° C verwandelt werden, so ist dazu, wieErfahrung und Rechnung ergehen haben, eine Wärme von650° C erforderlich, und diese ist als die Summe der la-tenten und der thermometrisch mefsbaren sensiblenWarme des Dampfes anzusehen. Die Dampf-Erzeugung oderder Dampf-Niederschlag, welche bei irgend einer Temperaturt, in hunderttlieiligen Graden Statt finden, geben also angebunden oder frei werdender Wärme, für gleiche Quantitä-ten, 650° t, und bezeichnet l die latente, s die sensible Wär-me, so hat man, da immer l + s = 650° C, 1 = 650—s, s = 650—1,woraus bei s = 100° C, wie oben, 1 = 550° C folgt, und bei650° C Wärme wird die latente Wärme der Dämpfe1=650—650 = 0. Bei dieser Ungeheuern frei werdenden
Wärme müssen also die Dämpfe in den Zustand des ausge-dehnten Wassers zurückkehren , und Wasser unter dem er-forderlichen Drucke bis zu 650° C erliizt, miifste genau die-selbe Dichtigkeit haben, als die Wasserdämpfe, wobei jedochzu bemerken ist, dafs über jenen Hitzgrad hinaus keineWasserdampfbildung mehr möglich ist.
Die Dichtigkeit und das Verhältnifs der latenten und der sen-siblen Wärme seyen daher, welche sie wollen, so sind gleicheQuantitäten von Dämpfen, der Quantität der Wärme nach,gleich, wie auch Laplace und Poisson durch theoretischeUntersuchungen nachgewiesen haben.
4. Unter dem Puncte des Maximum der Dichtigkeit ist dasVerhalten des Wasserdunstes dem der Gase völlig ähnlich.Mit der Kraft des mechanischen Drucks wächst bekanntlichbei diesen der Gegendruck oder die Spannkraft. AlleKörper, wie feste, so unter den flüssigen tropfbare und ex-pansible, werden durch Wärme ausgedehnt, und leztere umso mehr, da sie die Wärme schlechter fortleiten, und ihreDichtigkeit durch Zwischenräume unterbrochen ist, w’eil sieseihst gewissermafsen nur in die Poren der Luft eindringen.
Befindet sich der Wasserdunst im Maximum seiner Dich-tigkeit, so geht, w r enn die Temperatur unverändert bleibt,durch den Druck ein der entstandenen Raumverminderungproportionaler Tbeil in tropfbare Flüssigkeit zurück, wirdaber durch zunehmende Temperatur wieder expandirt. Wirdder Raum vergröfsert, so erfüllt ihn der expansible Dunst,auch wenn nicht gleichzeitige Zunahme der Wärme Stattfindet, und der Wasserdunst wird daher weniger dicht.
Wird dem Dunste durch die Umgebung ein Tbeil derWärme entzogen, so findet ein dieser Wärme-Entziehung pro-portionaler partieller Niederseh tag Statt; jedoch wird dann, wenndiese Abkühlung so stark ist, dafs die Affinität der frei wer-