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Heine-Almanach als Protest gegen die Düsseldorfer Denkmalverweigerung
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Paul de» humoristischen Vorschlag machte, den deutschen DichternDenkmale auf Pfefferkuchen und Krapfen zu setzen, weil sie inSteine keine mehr erhielten, sind vorüber. Heute sind Marmorund Erz im Preise gesunken, man setzi Denkmäler und Denktafelnbis zur Gedankenlosigkeit.

Heine liebte die Originalität und kvkettirtc damit. Könnteman ihn fragen — es wäre ihm vielleicht Recht, heute der Dichterohne Denkmal zu sein, während all' die von ihm verspotteten Gelb-veiglcinspoctcn in Stein, und nur darin verewigt sind. Esist wie eine Koketterie nach dem Tode.

Ueberdies ist gerade in der letzten Zeit Heine's Andenkenöfter denn je erneut worden, eine Thatsache, angesichts welcherwir nie begreifen werden, wieso Leroy-Beaulieu in einer viel-beachteten, in der „Revue des denp Mondes" erscheinenden Artikel-serie über eine leidige Zeitfragc, von Heine sagen kann, er gehörezu den veralteten Dichtern. Veraltet — und beständig erscheinenneue Ausgaben seiner Werke, und ivie sehr die verbilligten insVolk gedrungen sind, mag man aus dem Umstände erkennen, daßin Arbeiterversammlungen wiederholt Stellen daraus zitirt wurden,wofür freilich der betreffende Redner seinerseits vor Gericht zitirtwurde. Ein Dichter, wegen dessen man eingesperrt, wird, mußaktuell sein.

Ueberhaupt wird Heine am meisten verlästert und am liebste»zitirt — ein Juwelier, dessen reicher Laden von schimpfenden Ein-brechern geplündert wird. Aber auch bedeutende Schriftsteller, be-sonders französische, wie Daudet, Gvncourt, Mendes, verwendengelegentlich eine seiner schimmernden Redeperlcn und Sardou läßtsogar in einem Stücke eine Person die anmuthige Idee von demzerbrochenen Monde, aus welchem die kleinen Sterne gemachtwerden, anführen. Urteile über Tote sind sonst ruhig, abgeklärtund gerecht, lieber Heine spricht man erbittert, ungerecht undschwankend, als wäre er ein Lebender. Heine ist sozusagen nochnicht todt genug, um ihm ein Denkmal zu setzen. Noch tobt umden Leichnam des Patroklus Streit, und erst, wenn er einst ver-stummt, wird das Grabmal emporgetürmt werden. Wir wollenheute nicht mehr von Treitschke's robustem Kunsturteil sprechen.