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Heine-Almanach als Protest gegen die Düsseldorfer Denkmalverweigerung
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Van IN-. Emil Reichert, Wien.

Ei>ce übliche Phrase bezeichnet die Werke eines Dichters alsdas Vermächtnis, welches er seinein Vaterlandc hinterließ. HeinrichHeine war unvorsichtig genug, in seinen uns vermachten Schriftenan einer Stelle den Wunsch auszusprechen, sein Denkmal mögenie aus Stein gehauen zu Düsseldorf auf der Brücke stehen. DenDüsseldorfer Stadtverordneten ist dieser eine Satz so lieb, wie dasganze Buch der Lieder. Sie machten die römische Rechtsregel:Dri le^ussit, itu jus cesto (was er angeordnet hat, dabei soll esbleiben) zu der ihren, und aus echt römischer Ächtung vor demWillen des Verstorbenen haben sie unlängst einstimmig beschlossen,Heine kein Denkmal zu setzen. Als Grund wurde der staunendenMitwelt, die diesmal wohl zum ersten Male von einem Akte desDüsseldorfer Stadtrates Kenntnis nahm, kundgemacht, man wollenicht neuerlich eine Frage, die zu heftigem Streite Anlaß gebenkönnte, aufrollen. Daß zwischen dieser Motivirung und der ein-stimmigen, also ganz ohne Streit erfolgtem Annahme des Antragesein unlöslicher Widerspruch besteht, ist jenen wackeren Männernentgangen. Der Schreiber dieser Zeilen konnte übrigens vondiestr Nachricht am allerwenigsten überrascht sein, denn vor zweiJahren sagte ihm eine junge Düsscldorferin, die er in Rivaan der tmble cl'lrots kennen lernte, in entschiedenem Tone, hoffent-lich werde ihre Stadt Heine niemals eine Statue setzen.

Wir wollen nun heute nicht in die wechselvolle Vorgeschichtedieses negativen Ergebnisses eingehen. Edmond Goncourt knüpftin seinem Tagebuche an den Umstand, daß Heines Sarg nur vonsieben Personen gefolgt war, die Betrachtung: De cerceuii eislllromme cie IsNrss u cies iiczrturws pareiiies ü ceiles ci'uiriivre. (Der Sarg eines Schriftstellers hat seine Schicksale, wieBücher die ihrigen haben.) Wir setzen heute hinzu: Auch dasDenkmal kann seine Schicksale haben.

Indessen sehen wir keine Veranlassung, den Beschluß derrheinischen Stadtväter tragisch zu nehmen. Die Zeiten, wo Jean