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Heine-Almanach als Protest gegen die Düsseldorfer Denkmalverweigerung
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Alier daß ein feiner Geist, wie Viktor Hehn, in seinen Gedankenüber Goethe hinter Heine und Börne einen Stein nachwirft, istsehr bedauerlich. Man sieht darin die gelehrte Engherzigkeit.Weil er den einen anbetet, muß er de» anderen kreuzigen. Ausdemselben Grunde wird gelegentlich auch Schiller ein wenig amZeuge gestickt.

Auch ein ehemaliger Freund des Dichters hat unlängst bei-nahe wie ein Feind von ihm gesprochen. Wer Greniers Erinner-ungen an Heine, erschienen in derRevue Bleue", dann deutschin derGegenwart" las, erhielt den Eindruck, als hätte GrenierdasWintermärchen" undAtta Troll" nicht übersetzt, sondernselbst gedichtet und als hätte er noch heute nicht verwunden, daßihn Heine jener Prinzessin, deren Bekanntschaft er Grenier alsDank für seine Hilfe bei ttebersctzungen in Aussicht gestellt, nach-her doch nicht vorgestellt, lind wenn Grenier dem Dichter vor-wirft, er habe nie fehlerlos französisch geschrieben, so steht dasUrtheil der Brüder Gvnconrt und Anderer unvergleichlich höher,welche nicht mit dem pädagogischen Rotstift Heine's grammatika-lische Fehler verfolgten.

Zum Glück können nicht nur der Parteien Haß und Mißgunst,die heute noch des Dichters Bild entstellen, sondern auch Gunstund Liebe neuen Stoff ans den jüngsten Heine-Publikationenschöpfen. Die Veröffentlichungen über Heine, an denen geradedie letzte Zeit reich war, sind seine besten Denkmale, sind sprechendeMemnonssäulen, während ein steinernes, wie es möglicherweiseauf der Düsseldorfer Brücke hätte stehen können, stumm und todtist. Heine's Familienbriefe, die unlängst herauskamen, sind einwillkommenes Gegenstück zu den schon früher als Anhang zuseinen gesammelten Werken veröffentlichten Briefen. Mit derHerausgabe der letzteren, hat man gesagt, sei dem Dichter keinGefallen geschehen. Da sie fast durchaus von Geldsorgen, vonVerlags- und zur Abwechslung auch von Kopfschmerzen handeln,machen sie in der That einen beengenden Eindruck. Allein, kannman ihrem Urheber daraus einen Vorwurf schmieden, daß ernicht in Gvethe'scher Behaglichkeit geboren wurde?