Aus des Mallers Mist .Heinrich HeinesVerhältnis zur Mgion".
Dresden I89Ü.
I.
Heines ahnendes Dichteringcniuin ersetzt die poetische Wahr-heitsfüllc aller Religionsgemeinschaften, besonders auch das durchMusik geheiligte religiöse Element.
II.
Mit Heines entschieden religiösem Empfinden hängt eszusammen, wenn er als besonders berufener Sänger der Liebe, —wie sehr er sich hierbei der Ausschreitung, des Unmaßes und derAusartung schuldig macht — deunoch den tiefen Zu sammenhangzwischen irdischer und himmlischer Liebe erfühlt underfaßt; wie er so recht eigentlich den transcen dentalen, alsoecht religiösen Schimmer in wirklicher Liebe zwischen Mann undWeib begrüßt und besingt.
III.
Für die innere Reinheit und Herzeusunschuld so vieler GedichteHeinrich Heines spricht schon allein der Umstand, daß so edle, reineTongeister wie Franz Schubert, Felix Mendelssohn-Bar-tholdp, Robert Schumann und Robert Franz ihre volleSchaffenskraft an dieselben verwandt haben.
IV.
Fn seinen Apologieen des wahren Christentums bekennt Heineunumwunden, daß ihm sein eigenes Christentum durchausnichts Indifferentes ist. Gerade weil z. B. der Dichter Ptatenkeinerlei Glauben an Heines Christentum kundgab, wird dessenPolemik gegen den gräflichen Dichter so maßlos heftig.
V.
Als wirklicher Jünger Christi, der allen Nationali-tät e n z a n k ein für allemal im Geiste zerstörte, eifert Heine starkgegen alle „Racenmäkelei", besonders in seiner polemischen Schriftwider Menzel h„Uebcr den Denunzianten"), der sich als einem