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Die Seinsheims und ihre Zeit : eine Familien- und Kulturgeschichte von 1155 bis 1890 ; mit urkundlichen Belegen und Illustrationen
Entstehung
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„von Ko ttenheim" und ist nicht nur ein Zeitgenosse, sondern sogar ein Bruder des oben genannten Hein-rich von Geinsheim, und siegelt ebenfalls „von Gottenheim."

Es kann sein Wappenschild nicht verschieden von dein seines Bruders sein, trotz der scheinbaren Differenz mitdenn Wappen aus jenem Grabstein und den: Siegel v. Z. (338, wie der fürstl. Schwarzenberg'sche Gentral-Archiv-Direktor Bergcr in dein „Jahrbuch des heraldisch-genealogischen Vereins „Adler" in Wien, (03 des Jahr-

gangs (881 ganz richtig bemerkt hat.

Heinrich und Erkiuger saßen zu Kottenheim, — (Hohenkottenheiin) dem in: (6. Jahrhun-dert gründlich zerstörten Bergschlosse Hohenkottenheiin, i:ach welchen: sich eine Linie der Seins-heiins benannte, die im Jahre (59( mit dem Freiherrn Georg Ludwig von Seinsheim den:Aeltern ausstarb. Direktor Berger sährt dann fort; „Ziemlich gleichzeitig erscheinen auch die Seinsheims zuStephansberg:

Herr „Braut von Seinshein: zun: Step Hans berg" kommt i. Z. (373 als Lehenträger des BischofsGerhart von Würzburg vor, erscheint als Bürge i. Z. (376, dann in: über emptionum des (3. Zahrhunderts nochals Zeuge und dürste identisch sein mit den: i. Z. (3H3 auftauchenden Braut oder Bräntlin, Sohn desHein-rich von SeinsHein: zu Kottenheim.

So schwer es auch ist, eine Filiation auszustellen, so kann doch mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden,daß dieser Braut oder Bräntlin der Vater des Michael von Seinshein: war, den: wir in den Würzburger Lehen-büchern von (360 —(363 begegnen.

Sowohl er als seine Zeitgenossen, wie auch die Vorläufer des Geschlechtes von: (2. bis (^. Zahrhundertwaren armiAeri, Nückes, Schildknappen, Ritter, Amtleute, Erbburgmänner, hatten eigens Güter, wurden mit Lehenbedacht, besonders durch das Hochstist Würzburg, das Kloster an: Michelsberg zu Bamberg und die Grafen vonEastell. —

Ihre Stellung zun: Würzburger Hoch- und Domstist war meistens das der Vasallen (Lehenträger), auch derMinisterialen, d. h. freien adelichen Dienstmannen.

Wenn nun bei der gleichen Schildessorn: in Mitte und gegen Ende des (3. Jahrhunderts anstatt 3 Hffählenderen 7 oder auch bloß H vorkommen, so ist dieß eine Willkühr des Stempelschneiders und erhalten diese Anomalienihr Eorrectiv durch das Wappen aus dem vorhin abgebildeten Grabsteine Heinrichs von Seinsheim in: WürzburgerDom v. Z. (360.

Der fünfmal gespaltene Schild zeigt sich durch das ganze (ch Jahrhundert bis in das (3. hinein als Regel,Abweichungen davon sind als zufällige Ausnahmen anzusehen*).

Gerade diese Einfachheit des dreipfähligen Schildes beweist das Alter der Familie, wieschon der alte Elavcrius in seiner anti^u. <Serm. K 1. d 3^7 bezeugt, daß man bei den Deutschen die

für rechte und altadeliche Wappen halten mag, so ganz schlecht und recht und nur mit gewißen spatiis, Linien undFarben unterschieden und entweder schlechte Striche oder Balken und Rauten oder Wecken führten, „die dann anden vielfältigen herrlichen Farben seyn unterschieden worden."

Auch das vorher bereits mehrfach allegirte Werk „Adler" nimmt den geschlossenen oder Stech-Helm gegenalle Autoren (Weber, Linnäus) in Schutz, die solche Helme für Zeichen eines geringeren oder schlechteren Adels anzu-sehen scheinen und sucht in dem Zahrgang (83( pag'. (03—(04? die Beschaffenheit des Helms aus der nothwendigenHarmonie des geschlossenen Helms mit den: in: Kamps zu Schutz und Wehr geeigneten Schilde zu erklären.

Geschlossene oder Stech-Helme mit einem armlosen Manncsrumps darüber als Helm-Kleinod zieren denSeinsheim-Schild mit den 3 Spalten oder Strichen in späteren Zeiten, zumal in: Ansauge des (3. Jahrhunderts,wie die Siegel von (407 bis (437 zur Genüge beweisen.

Dieses „Heidenmännlein" (auch rothe Männlein) das aus einer goldenen Krone hervorragend, dasKleinod bildet, finden wir zuerst an den: Grabstein des Heinrich von Seinshein: in der Kirche zuMarburghausen v. Z. (343. Sein erster Ursprung ist so wenig zu erforschen als der des Wappens.

Streng genommen, müßte es analog mit den Wappensarben weiß und blau sein; daaber Grüneberg in seinen: Wappenbuch v. Z. (483 es bereits „roth" verzeichnet hat, so beweist dieß, daß dieSeinsheims mit diesem rothen Heidenmännlein beim deutschen Grden und aus den Turnierenausgeschworen haben, es also als ein uraltes von den Heraldikern annotirtes Accessoriun:

So finden wir zu qleicher Zeit die Streifen bald mit weiß bald mit blau anfangend, i. I. Z-M9 bei Heinrich von Seins-heim mit weiß beginnend, bei Trkinger mit blau, in der Kapelle zu Röttingen auf den Todtenschilden einmal weiß-blau, das anderemalblau-weiß. wie das Wappen entstanden, ist selbstverständlich unbekannt, Schöppncr bringt in seinem „S a g en b u ch" folgende Erzählung:Man habe den Kaiser angegangen, den Seinsheims für ihre Verdienste ein Wappen zu geben; da er keine Zeit hatte, nachzudenken,befahl er, man solle ihn des andern Tags daran erinnern. Als er nun Morgens ausritt, lag auf den Feldern Schnee, der war weiß,in den Furchen schien er blau „Nun, da haben wir's, da sind die weiß-blanen Streifen, das mag den Seinsheims als Wappen dienenund wird ihnen Wohlgefallen."