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Die Seinsheims und ihre Zeit : eine Familien- und Kulturgeschichte von 1155 bis 1890 ; mit urkundlichen Belegen und Illustrationen
Entstehung
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Namen und Wappen der Samilie.

sin der archivalischcn Zeitschrift von Fr. Löher, Bd. PUA. Z07 läßt sich der fürstl. Schwarzeuberg'scheEcutralNlrchiv-Dircktor Bcrger in Wien gelegentlich der historischen Einleitung zu dem Stammwappen! der Fürsten von Schwarzenberg in folgender Weise vernehmen :

„Die Schreibweife des Namens war im zwölften Jahrhundert Sovensheim, im sZ. Sowens-,Sawens-, Sawnsheim, auch Sauwensheim, ini s^. meistens Sauens- und Saunsheim, im Jahre sZ60

koinmt neben Sauns-auch Saynshenn vor, später Sawsheiin und Sawzheim. Ende dieses und am Anfang des folgendenJahrhunderts wird die Schreibweise Sawnsheim constant, obgleich in einer wichtigen Kaiser-Urkunde auch noch Saunsheim zufinden ist. Das w oder u dürfte damals wie ü ausgesprochen worden sein, so daß sich daraus das moderne Seinsheim ent-wickelte, wie auch i. I. das heutige Mai ustock heim — „Me wn stokheim" geschrieben wurde und aus Ostheimdurch idiomatische Wandlung Astheim geworden ist, eine Lautverschiebung, der wir noch öfter begegnen werden."

Wenn, wie in der Einleitung erwähnt, angenommen wird, daß der Name Erkinger auf Alemannien hin-weise, während in Franken mehr Rupprecht, Ruppert, Eonrad w. gebräuchlich ist, so ist doch auch ganz entschiedenrichtig, daß auch in Franken der Name Erkinger schon sehr früh vorkommt, und zwar nicht bloß in der Seins-heim'schen, sondern bei vielen Adelsfamilien, und daß die Endsilbe „heim" ganz bestimmt für Franken spricht,denn gerade in der Umgegend von Markt Seins Heini endet der weit überwiegende Theil derOrtsnamen auf heim, ch

Die vorhin erwähnte Wandlung von G und A führt uns zu der naheliegenden Frage, ob nicht Kotten-heim auf eine frühere Ansiedelung der Natten zurückzuführen ist, die bekanntlich zu den ältesten Bewohnern desFrankenlandes zählen, dann — als sie Hessen, Fulda, Hanau, Isenburg und den größten Theil Frankens bis andie Saale, Nassau, Westphaleu uud die Gegend bis an den Rhein und Main bewohnt, in den übrigen fränkischenVolksstämmen aufgingen.

Eine andere Version des Namens wurde von dem verstorbenen G ra fen Max von Seins heim,erblichen Reichsrath, Eapitular-Groß-Komthur des St. Georgi-Ordens und Besitzer des Fideicommisses Sünching mitSchönach, Grasentraubach und Schashöfen, sowie der Allodialgüter Grünbach und Taufkirchen, angeregt, der einegroße Sammlung von Notizen für feine Familiengeschichte hinterlassen hat, und in der an seine Familien-Angehörigengerichteten concipirtcn Vorrede sich äußert: „Es ist bekannt, daß in der brancia cwieMalis ein Theil des Landesvon den Slaven bewohnt war, eines jener Völker, die ihre Unabhängigkeit bei der Völkerwanderung den eindring-enden deutschen Völkern gegenüber behauptet haben. Woher diese slavischen Völker gekommen, ist nicht bekannt,jedenfalls aber kamen sie aus Osten, vielleicht aus der Gegend der Save. 5*) Sollte sich nicht der Geschlechts-name der Savensheims darauf beziehen und ein Geschlecht bezeichnen, das aus der Gegend der Save her kam,sich in Franken niederließ und dort als „von der Save daheim" Savensheim genannt wurde? Rur ist derUebergang Savens-, Sgvns-, Sayns- und dann Seinsheim wahrscheinlicher und scheint auch natürlicher als die Er-zählung von dem „sein neues Heim". Damit siele auch die Abstammung von dein Erkinger in Alemannien, seinemTode, der Uebersiedelung Eonrads nach Franken und die Gründung des Schlosses in den Ardennen oder dem Steiger-wald (silva arcluae) zusammen, — aber wahrscheinlicher ist die letzte Erklärung "

So schrieb der i. I. s835 am SO. Mai zu Sünching verstorbene Gras und schloß mit den Worten: „Ichlasse die Sage auf ihrem Werth oder Unwerth beruhen und wende mich zu den lebendigen Zeugen der Geschichte,zu den Urkunden des Geschlechts." —

Er kam nicht mehr dazu, äußerte aber auf dem Todbette seinem Sohne Earl, dem jetzigen Wlajoratsherrn,gegenüber: „Ich habe viel Material für die Geschichte unsers Hauses gesammelt, wer wird siejetzt schreiben!"

Wenn nun dem Wunsch des verstorbenen Grafen entsprochen werden soll, ist vor allem nothwendig, dasvon ihm gesammelte Material zu prüfen und mit den alten Urkunden und Acten zu vergleichen, da der selige Graf

6) Sn der Umgegend von Markt Seinsheini liegen wielanzheim, Hüttenheini, Ulsenheim, Bnllenheim, Gnetzheim, Martins-heim, Tiefenstockheim, Nenzenheim, Ippesheim, Bergtheim, Linersheim, Hellmitzheim, Gelchsheim, Iffigheim, Nordheim, Herbolzheim,Rrautostheim, Sugenheiin, Rraßolzheim, Rodheim, Herrnsheim, Sachsenheim, Snntheim, weigenheim, Langheim, Windsheim, Gelters--heim, Deutenheim, Rottenheini u. A. —

Bekanntlich überstiegen die Slaven den Fraukeuwald, blieben aber an der Rednitz und Aisch nicht stehen, sondern dranqen

zur Weschnitz und in den Taubergrund vor und setzten sich im nördlichen Württemberg und Baden fest, wie Baemeister in seinen ale-mannischen Wanderungen k. 550 ausführt. Die Güßhübel, wohl an 5» Orten liegen meist im Slavenland, Orb, Bubenorbitz, würbitz,werben und Orbis in Rheinbayern gehörten einst Slaven an.