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Die Seinsheims und ihre Zeit : eine Familien- und Kulturgeschichte von 1155 bis 1890 ; mit urkundlichen Belegen und Illustrationen
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umsichtige Historiker Freiherr von Reihenstein äußert sich in seiner Familien-Ehrouik auf puA. 35: „Rochbis in die neueste Zeit findet man in sonst ernsthaften Werken Hinweise auf Rirners Verzeich-nisse, (Turnierbuch v, Z H550) so daß es ganz richtig ist, was kürzlich behauptet wurde, Rixnerhabe mit seinen bodenlosen Erdichtungen nachhaltiges Unheil angerichtet", und beruft sich auf„Wegele, Geschichte der deutschen Historiographen", URmcheu-Leipzig p. 553.

Wir müßen daher bei den Angaben, daß der oder jener Seinsheim an den Turnieren zu Magde-burg (9ö5), Rothenburg (942), Braunschweig, Halle (s059) oder Nürnberg (ll9?) teilgenommen habe, dieß unterdem Vorbehalte annehmen, daß besagte Turniere wirklich stattgefunden haben, was mehrfach bezweifelt wird. DieAngaben des Friedrich Wolf in seiner handschriftlichen Thronik der Familie sind voll Anachronismen und willkühr-lichen Tombinationen, die seiner Phantasie mitunter wenig Ehre inachen. Er läßt einen Georg, Wilhelm,Eonrad, Hildebrand und Friedrich von Seins heim auf Turnieren erscheinen, die zu ganz anderen Zeitengelebt haben, bringt auch einen Burkhard von Seinsheim, der i. Z. ss65 auf dem Wormser Turnier gewesensein soll, von dem nirgends eine Spur zu entdecken ist, während zehn Zahre vor und 7 Zahre nach ihm Eispertund Sigfried auf Urkunden erscheinen, deren Turnierfähigkeit nirgends angeführt ist, die also eine minder hervor-ragende Stellung einnahmen.

Ebenso unwahrscheinlich ist der i. Z. s255 angeblich auf Stephansberg sitzende Apollonias von Seins-heim, der ein ganz absonderlich verborgenes Leben geführt haben müßte, da vor, mit und nach ihm verschie-dene Seinsheim bekannt werden, die kein Schloß Stephansberg befassen, und ist im Uebrigen Ste-phansberg, wie wir sehen werden, keiner der ältesten Sitze der Seinsheims. (Der erste Apollonias genügte noch nicht,man erfand auch noch einen Apollonias den Zweiten! —)

Daß die SeinsHeims zu den ältesten Adelsgeschlechtern Frankens gehören, ist unbe-st ri ttench.

Dieser Altersnachweis führt aber weder auf den jDharamund zurück noch auf die alemannischen Herzoge,welch letztere Annahme schon dadurch als nichtig erscheint, daß die Folgen einer Hinrichtung unfehlbar Acht undAberacht gewesen wären und, wenn Erkinger oder Berthold wirklich hingerichtet worden, die Seinsheims nicht alsadelig und siegelnde Ritter erscheinen würden.

Für eine Familie, die bis in die Ulitte des zwölften Jahrhunderts nachgewiesen ist,Feldherrn, Staatsmänner und Rirche n fürsten aufzuweisen hat, ist es mehr als ü berflü ßig, dasGebiet der Mythe oder Fabel aufzusuchen.

Daß ein Seinsheim die Belagerung von Damascus unter Eonrad III. mitgemacht, ist kaum aus der Luftgegriffen, aber bewiesen kann es nicht werden, dafür möchten wir auf eine Notiz in „Jungs Ruscellaneen aufmerk-sam machen, Nakiiculu Robilium: I. pmA. z: „I.claldero 6e Ko ttenlre i m, i 164."

Wir glauben in diesem TVäulbero cke Kolckenlleim den Albertus de Nottenbeim zu erkennen, deri. Z. II69 in den lUouum. XVur^sdurAensilzus verzeichnet ist, und liegt die Frage nahe, ob dieser Albert vonNattenheim nicht ein Seinsheim war, der sich nach damaliger Sitte einfach nach seinem Wohnsitz ge-nannt hat? — Es wird diese Supposition durch einen Bericht des historischen Vereins von Mittelfranken, f3. Jahr-gang pa«'. 60—65 unterstützt: „Was Kottenheim betrifft, fo hatten die Burgherren von Rotten-Heim Besitzungen in Ulsenheim, Herbolzheim und Rrautostheim und befassen diese Ortschaf-ten gemeinschaftlich mit Würzburg. Sie wurden nach ihrem Stammschlosse Sawensheimgen an ut^).

Zu den Eopial-Büchern von Bebenburg finden wir, daß i. Z. ss57 Wielanzheim, Rottenheim und Gnetz-heim zusammengehörten; die beiden ersten kamen sehr frühzeitig von Eastell an die Seinsheims als Lehen, anchUlsenheim, Herbolzheim und Rrautostheim sehen wir bald darauf in Seinsheim'schen Händen, es wäre daher rechtgut möglich, daß Albertus de Rotten heim ein Seins he im war; in diesem Falle ein Zeitgenosse Eisperts,der kinderlos starb, und würden Siegfried, Hildebrand und die übrigen Seinsheims, die wir werden kennen lernen,von ihm abstammen. — Da sein Wappen fehlt, kann dieß weder behauptet noch bestritten werden. Und jetzt, nachder Berichtigung der Zrrthümer vom Dunkel zum Licht, von den Zweifeln zur bewiesenen Wahrheit!

ch khckmb führt in seiner „Ostrokrancias Robilümts Züoria rsäiviva" folgende H Geschlechter an: Ginheim (Ghenheim), die Stolzesten, Grumbach die weichsten Hlollissimi). „Reichsten" ist eine falsche Lesart. Seckendorfs die Meisten. —

**) Ls gab aber auch ein Geschlecht, das sich von Rottenheim nannte, ohne Seinsheims zu sein. Sogar der Vorname Grkinger ist bei demselben vertreten und siegeln sogar einmal aus einer Urkunde Lrkinger von Seinsheim zu Rotteuheim und Lrkingervon Rottenbeim neben einander. Zwischen den Jahren ;25q. und ;257 kommt ein Ludovicus de Rottenheim, der laut Beil. v' Lehenvon Gastell hatte, ;253 im Uber vulmit des Rlosters Ebrach sRr.-Archiv Bamberg) und später ein Michael von Rottenheim, gesessen zuRottenheim, wir werden später darauf ausführlicher zurückkommen.

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