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Die Seinsheims und ihre Zeit : eine Familien- und Kulturgeschichte von 1155 bis 1890 ; mit urkundlichen Belegen und Illustrationen
Entstehung
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sich allzu viel aus die alten Chronisten, die Turnierbücher, Tabellen von Rittershausen und Biedermann u, dergl. ver-ließ, sogar, trotz seiner Alnversung des „sein neues Heim", dem Werk von Salver, namentlich dessen Urkunden,Glauben schenkte, die durchaus nicht verläßig und vielfach falsch copirt sind. Auch die Regesten von Lang sindzu kurz, um de» vollen Inhalt einer Urkunde wiedergeben zu können, die Nanum. Uoica nicht immer ganzcorrect reproducirt, das Salver'sche Werk aber weniger Familien-Chronik als eine mitunter nicht sehr glücklicheApotheose und ein panegyricus auf den Adel, der dem Leser mitunter ein Lächeln abzwingt. H

Zu Ausführung des Projectes, eine Familiengeschichte seines Hauses zu schreiben, wäre noch nothwendiggewesen, die in Rothenburg, Windsheim, Ritzingen, Schweinfurt und den übrigen fränkischen Städten befindlichenArchive zu bereisen, vor Allem aber das fürstliche Archiv zu Schwarzenberg, ohne welches eine Seins-heim'sche Vorgeschichte absolut unmöglich zu erforschen ist, denn dort liegen die ältesten und wichtigsten Urkunden,die mit denen des k. allg. Reichsarchivs und den fränkischen Rreisarchiven den Rahmen wenigstens zum größtenTheil ausfüllen.

Der bereits in der Tinleitung erwähnte fürstl, Schwarzenberg'sche Central-Archiv-Direktor A. Berger hatgelegentlich der Wiener Ausstellung i, Z. (878 einige alte Wappen der Seinsheims und Schwarzenbergs dort zurAnsicht gebracht und sagt in dein Organ des heraldisch-genealogischen Vereins „Adler" zu Wien: „Schon im Laufedes fch Jahrhunderts hausten die Seinsheims in Wiesenbrunn, Wässerndorf, Hohenkottenheim, Stephansberg undandern Orten;" fährt dann weiter fort ^ „Am häufigsten kommen die Hohenkottenheimer und Stephansbcrger vor.

Die häufigsten Namen sind Hildebrand, Heinrich, Gottsried, Arnold, Tonrad und Crkinger. Auf demzwischen Ritzingen und Volkach gelegenen Schloße Stephansberg, dessen Name nach einer Tradition in der Thronikvon Sigmund Uleisterlin auf einen Besuch Papst Stephans II, in dem nahe gelegenen Schwarzach zurückzuführen ist,siedelte der Ritter Ncichael von Seinsheim, dessen Name in den Würzburger Lehenbüchern von (Z60— (365vorkommt, Sein Cpithaph ist in der Franziskanerkirche zu Würzburg, sein Todtenschild in der dortigen Ritterkapelle.

Bischof Gerhart von Würzburg ernannte ihn für feine Treue und Anhänglichkeit zum Hauptmann undRommandanten des Schlosses Frauenberg ob Würzburg, (petzt der Warienberg genannt.) Michaels und Mar-garethens, gebornen von Rosenberg, Sohne Crkinger war es vorbehalten, feinem Namenein besonderes Relief zu geben und sich zur Bedeutung eines Dynasten aufzuschwingen, Grkinger war ein streitbarer Mann, in den Rümpfen der Würzburger Bischöfe mit den Städten Ochsenfurt, Schwein-furt, Würzburg u, A, stand er auf der Seite des Bischofs und seines Nachfolgers, als dessen Napster curias (Hof-meister) er zu wiederholten Malen erscheint,

Wie zwischen den Städten und dem Bischöfe fehlte es auch nicht an Streit und Fehde zwischen dem Bischofund Domkapitel und auch mit den Burggrafen von Nürnberg; Crkinger hielt treu zu Raiser und Reich, er nahmwiederholt an den deutschen Rreuzzügen gegen die böhmischen Hussiten Theil und erhielt in Folge geleisteter Vor-schüsse königliche pfandschaften in Böhmen, wurde oberster Hauptmann in Radau und Toptik,

Der römische Rönig Sigmund ernannte ihn zu seinem Rath, i, p. (^(2 zum Reichsamtmann derfreien Stadt Windsheim, i, p. (H(6 zum Reichsvogt von Schweinfurt, i, Z. (^2ß unterordnete er ihm die puden-schaft in deutschen und wälschen Landen mit den Abaaben und Steuern, Seit l42( pflegte er sich Trkinger vonSawnsheim zu Swartzenberg zu schrei-ben , von der Standeserhöhung an ((^2ß)aber zeichnete er fast immer Crkinger Herrz uS w artz en b erg un d von Sawnsheim.

Da trat auch die Veränderungdes Siegels ein. An Stelle der 3 Strichetraten jetzt 6 Spalten, statt eines geschlossenenHelmes, deren zwei, gekrönt, der eine mit deinarmlosen Mannesrumpf, der andere mit zwei

h Line der brillantesten Ideen war, die Franken von Japhet, dein Sohne Roahs abstammen zn lassen, der den Weinbaunach Franken gebracht, und die Benennung Frank von bei-, tragen, und Kaub, die Rebe, abzuleiten, ein Verdienst, in das sich Goropinsund Pastorius zn theilen haben.

**) Papst Stephan II., der die Rinder Rönig Pipins getauft hatte, unternahm eine Reise nach Deutschland und Frankreich,nachdem Pipin ibm das Exarchat geschenkt hatte (75»)- Er langte in Pont hon, einem Lustschloß in der Champagne an, Pipin warihm 5 Stunden weit entgegen geritten, stieg vom Pferde und nahm mit seiner ganzen Familie und dem Hofstaat den Segen knieend inEmpfang, begleitete seinen'Gast zu Fuß und bestieg erst auf wiederholtes Drängen das Pferd wieder. Der Einzug in's Schloß warein sehr'feierlicher. Tags daraus erschien Papst Stephan mit seinem ganzen Gefolge beim Rönig, das Haupt mit Asche bestreich Allewarfen sich Pipin zn Füßen und baten um Hilfe und Schutz gegen die Tyrannei der Longobarden: der Rönig hob seinen Gast vomBoden auf, umarmte ihn und sicherte die erbetene Hilfe zu, worauf Papst Stephan das Rloster St. Denys in Paris bezog und dortfür die Daner des damals sehr strengen Winters Ausenthalt nahm. Ls ist dieß ein schönes Bild von dem Einvernehmen zwischengeistlicher und weltlicher Macht.

auswärts gebogenen an den Rändern undWundlöchern mit Pfauenfedern besteckten Büf-felhörnern als Helmkleinodien. Diesen Ncan-nesrumpf oder die armlose Büste eines mitspitzem zu oberst mit 3 Straußenfedern ge-schmückten Hut bedeckten Wannes nannte manspäter gerne das Heidenmännlein, (auch rotheWännleiu) wahrscheinlich wegen des als heid-nisch bezeichneten Hutes.