Der bekannte Historiker Adelzreitter kannte allerdings einen alemannischen Erkinger, weiß aber den Namenseines Bruders nicht, dagegen erwähnt Brunnerus in seinen Annalen zwei Brüder „Erkinger und Berthold" von9sä—9lch, und sagt: „Bielleicht die nämlichen Gründe, welche dem Herzog Arnulph in Bayern die Fackel des Auf-ruhrs hinwarfen, haben auch aus das benachbarte Alemannien eingewirkt und dasselbe in Brand gesteckt, wo „Grchanger" j?räfect des königlichen Fiscus war und nach Verschmähung einer zu engen Geschästsverwaltung ohneBerechtigung die Titel und Ehrenzeichen eines Fürsten annahm und seinen Bruder Berthold zur NbitgenossenschaftHerbeiries, obwohl ich bei Ekkehard, der das lasterhaste Benehmen der beiden Brüder weitläufig beschrieb, den Nameneitles Herzogs nicht finde/'
Diese „K ammerbo ten" waren missi reZii, d. h, freie unständige besondere Geschäftsträger, Sendboten,hatten das Land zu bereisen, das Verhalten der Bischöse und Grasen zu beaussicküigen und über die Zustände desLandes Bericht zu erstatteil, so daß man sie füglich „Sendgrasen" nennen könnte, und wurde gewöhnlich einBischof, ein Gras oder Abt zu diesem Amt beordert,
Diese Einrichtung kam gegen Ends der Regierung Earls des Großen in Verfall und ging unter Earl demDicken s833) ganz unter, es kann also im Ali fang des zehn teil Jahrhunderts von Send grasen keineRede mehr sein, denn da gab es bereits wieder Herzoge — Von einem Sohne Eonrads, der Erkingeroder Berthold geheißeil, weiß kein Schriftsteller etwas, sogar die Beweise für den Eonrad fehlen.
Daß unter Kaiser Heinrich III, und Gottsried von Bouillon ein Seins heim als Kreuzfahrer mitgezogen,mag richtig sein, aber nachgewiesen ist es nicht, so ist auch die Angabe Längs, daß die Seinsheim Lehenträgerder i, Z, ff80 ausgestorbenen Grasen von Berchtheim geweseil, nicht unwahrscheinlich, aber nichtnachgewiesen. Die Angabe Längs, daß die Hohenloh's von den Bergtheims abstammten, ist unrichtig, es kamallerdings ein Theil der Güter der Grafeil von Bergtheim an Hohenlohe, aber nicht durch Erbschaft, sonderndurch Kauf,
Der historische Verein von Bamberg bespricht im I<3, Zahrgang, äö eine Urkunde: Bischof Em-
brico vvn Würzburg und Abt Hlllgrin von St, Burkhard daselbst geben dein Abt Hermann zu St, Ulichael inBamberg durch die Treuhand des Grasen Gerhard von Berchtheim, Schirmvogt des Klosters, die parocbiu Uhingengegen Güter in Pohlinheim und Ostheim, Gisilinheim, UrHusen, Sigemanshosen, Gugelhusen, Allershusen undSahsinheim,
Das „h" wurde in Ulitte eines Wortes damals wie „ch" gelesen, wie uns Ghsensurt beweist, auch beweistdi e geographische Lage, daß dieß Sahsinheim das heutige südöstlich von Gchsensurt gelegene Sachsen he im ist, woetil gleichnamiges Geschlecht saß, das noch i. Z, fH2ö aus Urkunden vorkommt, sogar gleichzeitig mit Seinsheims;ein Hermann von Sahsinheim zeichnet i. Z. fH23; es wird ein „Friedrich von Sahsinheim, genannt der Rode"verzeichnet, während Wilhelm von Sahsinheim der Stadt Rothenburg mit Z Knechten und o Hfierdeii für f0 WochenBeistand leistet, den man mit Wilhelm von Seinsheim verwechselt zu haben scheint, Zu ähnlicher Weise ver-führte auch die Aehnlichkeit des „G" und „S" in der alten Schrift einige Ehronisten, den Namen Go wen he imin einer alten Grig,-j?erg,-Urkunde vom Hochstist Würzburg fjetzt im k Reichsarchiv) i, Z Illo ebenfalls fürSowensheim zu lesen, obwohl das s zwischen der 2. und 5. Silbe fehlt. Der Zuhält der Urkunde hängt zwarmit der Geschichte des Hauses Seinsheim nicht zusammen, wir werden aber später sehen, daß dieser Fall erwähntwerden mußte.
Der Bischof Erlungus von Würzburg verfügt über Besitzungen zu Ehunedors fKönigsdorf) und das piae-clium Oovvenbeim, ^^)
Aus Gowenheim wurde Gauenheim, Gaüenheim, jetzt heißt es Gänheim bei Arnstein in Unterfranken,Dort lebte eine Familie, die sich nach ihrem Besitz Gowenheim nannte, aber im fch Zahrhundert ausstarb.
Wenn nun auch dieß Ulißverständniß, aus das wir später in einer andern Angelegenheit zurückkommen wer-den, geklärt ist, bleibt doch vieles noch dunkel in der Vorgeschichte und muß bei aller Sorgsalt manchesRäthsel ungelöst bleiben.
Vor Allem warnen wir vor den Turnierbüchern vor dein fch Zahrhundert und bis zu Endedesselben; sie enthalten eine Wenge willkührlicher Eombinationen, denen jede reelle historische Basis fehlt undkönnen höchstens nach der ersten Hälfte des fö, Zahrhunderts als Quellen benützt werden und da nicht immer. Der
9 Die Herzoge waren zur Anführung des Heeres bestimmt, weßhalb Gemeiner immer „Heerzog" schrieb, auch hatten sie dieordentliche Verwaltung einer aus mehreren Gauen bestehenden Provinz.
""9 Der Urkunde fehlt das Datum. Da aber Bischof Cmbrico von l;28—;>52 regierte, Graf Gerhard von Bergtheimi> S I l/H Schirmvogt des Klosters war, läßt sich das Datum ergänzen, Pohlinheiin sBullenbeim) und (Dstheim lAstheim) waren balddaraus in Seinsheiin'schen Besitz, dieß scheint die Chronisten veranlaßt zu haben, Sahsinheim für Sawensheim zu halten, was auch üadurchsich erklärt, daß zu dieser Zeit, als Sahsinheimer zu Rothenburg standen, Wilhelm von Savensheim mit der Stadt in Fehde lag.
Sahre t;28 kommt abermals Gowenheim in dem ältesten Lehenbuch von Würzburg vor, dann hatte Wolflinus vonGpserbein dort Zehentrechte, später kam es an Andechs, dann an das Würzburger Hochstist lAreisarchiv Würzburg).