20-1. (Für jede Stunde die Höhe und das Azimut eines Sterns für einengegebenen Beobachtungsort zu finden.) Nachdem man den Globus orientirtund den Zeiger auf 12 Uhr gestellt hat, dreht man die Kugel, bis dieRose die gegebene Stunde anzeigt. In dieser Lage der Kugel legt manden oben (§. 200) erwähnten Streifen so durch den gegebenen Stern,das; er zugleich durch den höchsten Punkt der Kugel (oder durch denZenith des Beobachters, also senkrecht auf den Horizont) geht. Dannzeigt der Horizont des Globus das Azimut (Einl. z. 20) und der Strei-fen die Höhe (Einl. Z. 10) des Sterns.
§. 20s. (Für jede gegebene mittlere Zeit die Steruzeit finden.) Man orientirtden Globus, stellt den Index der Rose auf 12 Uhr Mittags und drehtdann die Kugel, bis die Rose die gegebene mittlere Zeit anzeigt. DerPunkt des Aeguators, der jekc unter dem Ring (Meridian) ist, gibtdie gesuchte Sternzeit. Z. B. am isten Mai um 4/- Abends mittlereZeit Wien findet man den erwähnten Punkt des Aeguators gleich 98°46', und dieß ist die sogenannte Rectascenfion des Zeniths, die, durchis dividirt, 6-"- 35' für die gesuchte Sternzeit gibt.
§. 206. (De» Tag zu bestimme», NN welchem die Sonne z» einer gegebenenZeit auf- oder untergeht.) Wenn z. B. gefragt wird, an welchem Tag dieSonne zu Wien um 5 Uhr untergeht, so stellt man den Globus auf diegeographische Breite von Wien und bringt irgend einen Declinations-kreis (Einl. §. 1 .3) unter den Ring und den Zeiger auf 12 Uhr. Danndreht man die Kugel gen West, bis der Zeiger der Rose auf 5 Uhr steht,und bemerkt den Punkt jenes Declinationskreises, der eben in demHorizonte liegt. Wenn die Sonne die Declination dieses Punkts hat,so wird sie offenbar um 5 Uhr untergehen. Man dreht daher den Glo-bus wieder zurück nach Ost, bis jener Punkt unter den Ring kömmt,und lese auf dem Ringe die Declination dieses Punkts, die man gleich12° 5-1' südlich stndct. Die Tafel des §. 53 zeigt dann, daß diese De-clination zu dem.Ilten Februar und zu dem 2 ?sten October gehört.
Gebrauch des Grdgtobus.
H. 207. (Darstellung der Jahreszeiten und ihrer Erscheinungen durch denErdglobus.) Man stelle in einem verfinsterten Zimmer, in der Mitteeines runden, mäßig großen Tisches ein Licht auf, dessen Höhe überdem Tische nahe gleich dem Halbmesser des Globus ist. Dann führeman an dem Rande dieses Tisches die Kugel so um das Licht herum,daß erstens der Mittelpunkt der Kugel immer in der Ebene des Tischesbleibt, und daß zweitens die Rotationsaxe der Kugel immer dieselbeNeigung, von nahe 66° 32', beibehält und stets nach demselben Punktdes Himmels gerichtet oder sich selbst parallel bleibt. — Bei dieser Be-wegung der Kugel wird man auf ihrer Oberfläche alle die Erscheinungenund in derselben Ordnung sich entwickeln sehen, welche die Folge derJahreszeiten auf der Oberfläche der Erde begleiten. Es wird eineStelle der Kugel am Rande des Tisches geben, bei welcher der Nordpol