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[4] (1837) Nachträge und Zusätze zur ersten Auflage der Wunder des Himmels
Entstehung
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I«

Wäre unsere Erde eine vollkommene Kugel, so würde die Präcesssonnicht existiren, und fiele die Bahn des Mondes mit der Ebene derEkliptik zusammen, so würde auch die Nutation verschwinden. JenerKreisel, bisher nur ein Spielzeug für Kinder, gibt, wenn er vollkommengearbeitet ist, ein sehr getreues Bild der beiden erwähnten Erscheinun-gen, und er wird, so wie die Farben der Seifenblasen, in der Handdes aufmerksamen Naturforschers ein interessantes und wichtiges In-strument. Auf diese Idee gestützt, hat Bohnen berger eine eigenekleine Maschine erfunden, die er in einem kleinen Werkchen (Tübingen1817) beschrieb, und wodurch die Phänomene der Präcesflon so sinnreichund deutlich dargestellt wurden, daß dieses Instrument, auf AnrathenLaplace's, in allen Centralschulcn Frankreichs zum Unterrichte einge-führt worden ist.

Uebrigens darf man diese Aenderung der Erdare am Himmelnicht mit einer Aenderung dieser Are im Innern der Erde ver-wechseln. Jene ist variabel, diese aber ist cvnstant. Die Erdaxe gehtimmer durch dieselben Punkte der Erde, aber diese Are drehtsich, sammt der Erde, durch welche sie gleichsam als eine feste Stangegeht, um den Mittelpunkt der Erde, und trifft sonach, verlängert, inverschiedenen Zeiten auch verschiedene Punkte des Himmels. Daß aberdiese Axe in der That immer durch dieselben Punkte der Erde geht,oder daß die irdischen Pole des Aequatvrs, und also auch der irdischeAequator selbst, eine auf der Erde constante uud unveränderliche Lagehaben, folgt daraus, daß die Polhöhen oder die geographischen Breiten(Einl. Z. 2Z) aller Orte der Erde, den Beobachtungen zu Folge, unver-änderlich sind, da sie doch, wenn die Pole der Erde beweglich wären,sich ebenfalls verändern müßten. Auch würde, bei einer Bewegung desirdischen Aequatvrs, das Gleichgewicht der die Erde bedeckenden Meerenicht mehr Statt haben, wie dieses gegenwärtig der Fall ist, wo dieBewegung der Erdaxe durch dieselbe Bewegung der ganzen Masse derErde selbst begleitet wird.

Bemerken wir noch, daß durch die Wirkungen der Präccssivn undNutation die Rectascension sowohl als auch die Dcclination der Fix-sterne (Einl. 22), je nach der Lage dieser Sterne gegen die Pole,mannigfaltig geändert wird. Die Präcession der Declination kann beimanchen Sternen bis 20 Secundcn gehen, um welche sie sich jährlichvon dem Aequator entfernen oder sich ihm nähern. Die jährliche Präzcessivn in Rectascension aber ist, besonders für die den Polen näherenSterne, oft viel größer, für den Polarstern z. B. ist dieselbe 194 St-runden jährlich, also in einem Jahrhundert schon nahe sVo Grad, vbschondieser und alle anderen Fixsterne im Allgemeinen immer dieselbe Stellqdes Himmels einnimmt. Man sieht daraus, daß es nicht genug ist,die Rectascension und Declination eines Sterns für irgend eine Zeit,durch Beobachtungen, genau zu bestimmen, sondern daß man auch nochdie Veränderungen kennen muß, welche die Lage dieser Sterne durch