noch nicht hinreichend ausgemittelt; so viel ist jedoch durchBeudant’s Versuche 1 ausgemacht, dafs hierauf nicht sowohlTemperatur, elektrischer Zustand, Concentration und Volumender Flüssigkeit, Gestalt und Materie der Gefäfse, Barometerstandund Hygrometerstand einiliefsen, als vielmehr Gegenwart fremd-artiger Stoffe, von denen die meisten chemisch, einige vielleichtauch nur mechanisch wirken. Zu letzterem Falle zählt Beubaxtdie Erfahrung, dafs die mit zartpulverigem Bleivitriol gemengteAuflösung des Alauns oder Eisenvitriols einfachere, mit weni-geren und matteren Flächen versehene Krystalle ahsetzt, als wenndiese Auflösungen für sich krystallisirt wären ; doch ist es nichtunmöglich, dafs sich eine Spur von Bleivitriol auflöste und so einechemische Wirkung auf die krvstallisirende Flüssigkeit äufserte,Auf ausgemacht chemischer Wirkung beruhen folgende Fälle.Salmiak, der aus einer Auflösung in reinem Wasser in Oktae-dern anschiefst, schiefst bei Gegenwart von viel FlarnstolF inWürfeln, von weniger Harnstoff oder von Boraxsäure in Cubo-Oktaedern an. Das für sich in Würfeln krystallisirende Kochsalznimmt, wenn die Lösung zugleich Harnstoff enthält, die okta-edrische, wenn sie Boraxsäure enthält, die cubo - oktaedrischeForm an. Fügt man der Alaunlösung etwas Alkali hinzu, sogiebt sie keine Oktaeder, sondern Würfel, während sie bei Zu-satz von Salzsäure Cubo - Ikosaeder und beim Zusatze von BoraxCubo -Okto-Dodekaeder liefert. Der mit Kupfervitriol versetzteEisenvitriol schiefst in einfachen schiefen rhombischen Säulenan ; der mit Zinkvitriol oder Bittersalz versetzte in denselbenSäulen, welche an den spitzen Endecken stark abgestumpftsind, der reine Eisenvitriol in denselben Säulen, an den spitzenEndecken, den stumpfen Endkanten und den stumpfen Sei-tenkanten schwach abgestumpft, und der mit Borax, phosphor- |saurem Natron oder Salzsäure versetzte Eisenvitriol in densel- |ben Säulen, an sämmtlichen Ecken und Kanten abgestumpft, jln vielen dieser Fälle ist es erwiesen, dafs der fremdartige |Zusatz mit in die Krystalle übergeht; so bei mit Kupiervi-triol oder Zinkvitriol versetztem Eisenvitriol. Man kann hierannehmen , dafs mit der so veränderten chemischen Mischungeine veränderte Krystallform gegeben ist. In andern Fällen, 1wie bei Harnstoff und so weiter, ist eine solche Beimischung I
1 Annales de Chimie et Plij'sique. Tome VIII. p. 5.