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K r y s t a 11.
selben fiir sich einen Kern zur Anlegung der übrigen erstarren-den Theilchen und es bilden sich viele Krystalle, von denenvielleicht keiner vollständige Ausbildung erhält. Hierauf grün-det sich der Unterschied des Kandiszuckers und des Hutzuckers,so wie LeBlavc’s Weise, aus verschiedenen Auflösungen mög-lichst regehnäfsige Krystalle zu erhalten.
Man läfst z. B. die Lösung eines Salzes in warmem Wassersehr langsam erkalten, so dafs nur einzelne Krystalle entstehen,man sucht von diesen die am besten ausgebildeten aus und legtsie, von einander getrennt, in die Auflösung desselben Salzes,welche durch gelindes Erwärmen mit Überschüssen Salzennur etwas reichlicher mit diesem beladen ist , als sie bei ue-wohnlicher Temperatur behalten kann, und daher diesen kleinenUeberschufs allmälig an den hineingelegten Krystall absetzt.Man wiederholt dieses so lange, bis die einzelnen Krystalle diegewünschte Gröfse haben , wobei man sie jedoch jedesmal aufeine andere Seite zu legen hat, weil die den Boden berührendeFläche am wenigsten Gelegenheit hat zu wachsen. Man er-spart sich die Mühe der wiederholten Bereitung einer etwasübersättigten Lösung, wenn man in dem oberen Theile einergesättigten Lösung , auf deren Grunde die Krystalle liegen, etwasvon dem Salze in einem Florbeutel oder Trichter aul’hängt.Denn da immer etwas Temperaturwechsel eintritt und die wär-mere Flüssigkeit nach oben steigt, daselbst mit dem aufgehäng-ten Salze in Berührung kommt, alsdann aber durch Aufnahmevon Salz speciiisch schwerer wird und sich zu den Krystallenherabsenkt, so geht hier ein allmäliges Wachsen der letzteren,die man nur öfters zu wenden hat, vor sich.
2) Die Krystalle zeigen, so weit man dieses bemerkenkann, bei ihrem ersten Entstehen dieselbe äufsere Gestalt, wiespäter; namentlich bildet sich nicht etwa zuerst die primitiveGestalt aus, die dann durch weitere Anlegung von Masse nachbestimmten Gesetzen in die secundare Form überginge. So be-merkt man bei Alaun, dessen Grundgestalt ein regelmäfsigesOktaeder ist, beim ersten Entstehen der Krystalle dieselben Ab-stumpfungen der Ecken und Kanten, die sich bei den ausgebil-detern Krystallen zeigen.
3) Die Krystalle entstehen zuerst da, wo ihnen das Fliis-sigkeitsprincip entzogen wird oder wo sie durch Adhäsion sichfestzusetzen veranlafst werden; daher auf der Oberfläche der