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Krystallogeuie.
Veranlassung hin in solchen Fällen äufsert, in welchen sie überandere Kräfte, z. B. über die Affinität des Körpers gegen Wärmeoder gegen wägbare Anflösungsmittel, das Uebergewicht er-langt hat 1 .
b) War der zu krystallisirende Körper durch Verbindungmit einem andern wägbaren Stoffe flüssig gemacht, so hat manihm diesen wieder zu entziehen. Dieses wird bewerkstelligtentweder durch Entfernung des letzteren in Dampfgestalt, essey dieses in der Siedhitze oder bei niederer Temperatur an derLuft oder im luftleeren Raume. So krystallisirt das Kochsalzbeim Einkochen seiner wässerigen und manches Harz bei frei-willigem Verdampfen seiner weingeistigen Lösung. Oder derflüssig machende Stoff wird durch einen andern wägbaren Stoffentzogen , der sich damit zu einer Flüssigkeit verbindet, welcheden zu krystallisirenden Körper entweder gar nicht oder wenig-stens in geringerer Menge aufgelöst zu behalten vermag. Sokrystallisirt Salpeter und Kupfersalmiak aus der wässerigen Lö-sung bei Zusatz von Weingeist und umgekehrt Compiler aus derweingeistigen bei Zusatz von Wasser.
Die bei der Krystallbildung bemerkbaren Umstände undErfolge sind folgende:
1) Je langsamer die Bedingung Nr. 2, nämlich Zurückfiih-rung des flüssig gemachten Stoffes in den starren Zustand, erfülltwird und je ruhiger die Flüssigkeit steht, desto wenigere, grö-fsere und deutlichere Krystalle bilden sich; je schneller man er-kältet oder das Auflösungsmittel entzieht, desto mehrere, kleinereund undeutlichere. Denn im ersten Falle haben die Theilchendes fest werdenden Körpers Zeit, sich regelmäfsig an diejenigenanzuleeen, welche sich zuerst im starren Zustande aus der Flüssig-keit ausgeschieden hatten, und sich mit ihnen allmälig zu grofsenKrystallen zu vereinigen; werden dagegen bei schneller Kry-stallisation viele Theilchen auf einmal starr, so bildet jeder der-
1 Vergl. Lowitz in Crell’s Annalen 1790 Bd. I. S. 209. Gay-Ltjs-sac in Memoires d’Accueil B. III. daraus in Scliweigger’s J. B. IX.S. 70. Ferner: Annales de Cliimie et Physicpie T. XI. p. 301.Schweigger in Scliweigger’s J. B. IX. S. 79. Coxe in Tliomson’s An-nals of Philosopliy Vol.I. p.580 und Vol, VI. p. 101. Ziz in Scliweig-ger’s Journ. Bd.X. S.160. Geiger in Schweigger’s Journ. B. XV.S.231.Thomson in Plüllip’s Annals of Philosopliy Vol. III. p. 169.