Druckschrift 
5,2 (1830) I und K
Entstehung
Seite
1344
Einzelbild herunterladen
 

1344 Kry stall.

keit, weil ihre Temperatur gestiegen ist, eine entsprechendeMenge Glaubersalz gelüst behält, von welchem noch ein grolserTlieil beim Erkalten auf dem vorigen Puncte von ]f) u anschiefstIst die Glaubersalzauflösung zu gesättigt, so schiefst schon wäh-rend des langsamen Erkaltens ein geringer Tlieil in sehr hartendurchsichtigen Krystallen an, die nicht, w r ie das gewöhnlicheGlaubersalz, 10, sondern nur 8 Mischungsgewichte Krystall-Wasser enthalten und die, wenn man die übrige Auflösungdurch die angeführten Mittel zum Krystallisiren bringt, in dem-selben Augenblicke weifs und undurchsichtig werden und sobleiben. Löst man 24 krystallisirtes kohlensaures Natron in 100warmem Wasser und kühlt die Lösung unter 10° G. ab , so er-folgt beim Oeflnen und Schütteln des Gefäfses sogleich Krystal-lisation und die Temperatur steigt um 8 ° C. Eine stark abge-dampfte Auflösung von essigsaurem Natron krystallisirt oft län-gere Zeit nicht bei 10° G. 5 beim Ausgiefsen in ein anderes Ge-fäfs gestellt sie nach einigen Secunden zu einer faserigen Masse,wobei ihre Temperatur von 10° C. auf 52°, 5 in die Höhe geht,Durch Erhitzen eines Gemisches von Salpeter und Schwefel-säure erhielt Greex eine klare Flüssigkeit, welche nach demErkalten erst bei dem Hineinwerfen eines Salpeterkrystalls festwurde, und zwar unter Wärmeentwicklung. Die Lösung dessalzsauren Kalks in warmem Wasser bleibt nach Coxe in ver-schlossenen Gefäfsen oft flüssig und krystallisirt dann, ohnedafs Oeffnen nöthig wäre, beim Schütteln unter besonders star-ker Wärmeentwickelung und die warm bereitete Bittersalzlö-sung bleibt auch in offenen Gefäfsen beim Erkalten oft flüssigund giebt dann beim Schütteln körnige Ivrystalle. I 11 einer lieifsbereiteten Auflösung von Salpeter und Glaubersalz bringt nachLowitz während des Erkaltens ein Salpeterkrystall blofs dasAnschiefsen von Salpeter, ein Glaubersalzkrystall blofs das An-schiefsen von Glaubersalz hervor, während aus der für sich ge-lassenen Auflösung beide Salze durch einander krystallisiren.Diese Anomalie erklärt Beiitiiollet (statique chimique1.32.) und Gay-Lussac aus einer Trägheit der kleinsten Theile,so wie Tiienahd annimmt, dieselben würden durch das Schüt-teln in eine andere Stellung «jesen einander Gebracht. AlleinSchütteln in verschlossenen Gefäfsen bewirkt meistens nicht dieKrystallisation. Auf jeden Fall lälst sich annehmen, dafs dieCohäsionskraft eines Körpers sich oft erst auf eine mechanische