Krystallogenie. 1343
Gefälse oder in einem offenen Gefäfse mit einer Lage Terpentinölüberschüttet oder in einem lufthaltenden , wohl verschlossenenoder auch nur mit einem losen Deckel versehenen Gefälse oderin einem offenen Gefälse unter einer lufthaltigen, mit Wassergesperrten Glocke oder in ruhig stehenden offenen Flaschenoder in einem Gläschen beiindet, welches in einer verstopftenFlasche eingeschlossen ist, welche Luft und, um sie auszu-trocknen, etwas Potasche enthält, wo Glaubersalz auswittertund nicht einmal beim Herabspülen Krystallisation veranlalsf.Die Krystallisation einer also erkalteten Auflösung wird augen-blicklich oder nach kurzer Zeit bewirkt 1) durch Bewegung,wenn nämlich die Auflösung in einem offenen Gefäfse erkaltetwar; 2 ) durch Zutritt der freien Luft, mittelst OelFnens derGefäfse, wo die Krystallisation um so schneller eintritt, je wei-ter die Oeffnung ist, und wobei immer auch etwas Bewegungnöthig zu seyn scheint. Die Krystallisation fängt hier von obenan, da wo Auflösung, Gefäfs und Luft mit einander in Berüh-rung treten, und nur dann ein wenig unter der Oberfläche,wenn ein Stäubchen beim Oeffnen hineinfiel. Bei einer im luft-leeren Raume erkalteten Auflösung reicht auch schon ein Bläs-chen Luft, Wasserstoffgas, kohlensaures Gas oder Salpetergashin, die Krystallisation zu bewirken. 3) Durch Berührung derAuflösung mit einem festen Körper, wie Glasstab, Feuerstein,Eisendraht, Glaubersalzkrystall, oder in der Luft schwimmendenStäubchen. Diese Körper bewirken nicht die Krystallisation,wenn sie mit der heilsen Auflösung erkalteten, desgleichen nicht(mit Ausnahme des Glaubersalzkrystalls), wenn sie nafs odererwärmt in die Auflösung gebracht werden. Die Krystallisationgeht hier vom fremdartigen Körper aus. Wenn die Lösung von51 krystallisirtem Glaubersalz in 49 warmem Wasser bis unter10° C. abgekühlt und durch eines der genannten Mittel zumplötzlichen Krystallisiren gebracht wird, so schiefsen beinahey des Glaubersalzes an und hiermit erfolgt eine Temperaturer-höhung von 13° G. Diese leitet Thomson von dem Ueberuantieflüssigen Wassers in festes Krystallwasser ab, womit die Be-rechnung ziemlich iibereinstiinmt.
Die Angabe von Thenaiu), dafs nach dieser Krystallisationeine Mutterlauge bleibe, die nicht mehr bei der gegebenen Tem-peratur mit Salz gesättigt sey, scheint auf einem Irrthume zu be-ruhen; im Gegentheil fand Thomson, dafs die übrige Flüssig-