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K r y s t a 11.
in verschlossenen Flaschen oder in Thermometerkugeln einigeGrade linter Q, selbst bis zu—6° abgekiihlt werden, ohne zugefrieren , und erst beim Erschüttern oder OelFnen des GeTäfsesoder Hineinwerfen von einem Stück Eis tritt eine sich schnellansbreitende Krystallisation ein, mit welcher die Temperaturdes Wassers auf 0° steigt. Die höchst concentrirte Essigsäure,der Eisessig, gesteht in offenen Gefäfsen etwas unter -J- 13°C.,in verschlossenen kann man denselben auf— 12° erkälten, ohnedafs er gesteht; öffnet man jedoch das Gefäl's und schüttelt, soerfolgt, selbst wenn die von Aufsen eindringende Luft wärmerist, als der Eisessig, eine Krystallisation, die von oben anfängtund sich schnell durch die ganze Masse fortsetzt. Anisöl Iäfstsich in verschlossenen Gefäfsen in der Ruhe olt einige Gradeunter seinen Gefrierpunct erkälten, ohne zu gestehen, wasjedoch beim Schütteln augenblicklich einlritt. Der Braunkoli-,lencampher oder Scheererit, welcher bei 45° schmilzt, gestehtoft erst nach mehrtägigem Erkalten beim Hineintauchen einesPlatindrahtes oder Glasstabes. Auf dieselbe Weise verhaltensich die Auflösungen vieler Salze in warmem Wasser; am auf-fallendsten zeigt sich diese Erscheinung bei schwelelsaurem undessigsaurem Natron, minder stark bei kohlensaurem, phosphor-saurem und boraxsaurem Natron, bei salzsaurem Kalk, beiderSchwefelsäuren Rittererde , bei salpetersaurem Kupferoxyd undbei Bleizucker, welche Salze sämmtlich beim Krystallisiren Kry-stallwasser aufnehmen. Dagegen krystallisiren Salmiak, schwe-felsaures und salpetersaures Kali, Kochsalz, Baryt, Strontian,Alaun, Bleisalpeter, Eisenvitriol, Kupfervitriol, Kleesäure undüberhaupt die meisten Salze auch in verschlossenen Gefäfsen auseiner in der Hitze stark gesättigten Lösung beim Erkalten so-
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gleich heraus und nur wenn die warme Lösung nicht viel mehrSalz enthält, als auch in der Kalte gelöst bleiben würde, soschiefst dieser kleine Ueberschufs beim Erkalten in verschlosse-nen Gefäfsen nicht an , aufser beim Bewegen oder Ilineinbrin-gen eines Salzkrystalls.
Die mannigfachsten Versuche sind mit dem schwefelsaurenNatron angestellt worden. Eine aus gleichviel Wasser und kry-stallisirtem Glaubersalz bereitete heifse Auflösung krystallisirtnicht bei langsamem oder bei durch Eintauchen in kaltes Wasserbewirktem raschen Erkalten, wenn sie sich in einer ausgekochtenBarometerröhre oder in einem luftleeren, wohl verschlossenen