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als wirklich anzunehmen. Alles was im Vorstehenden über den Mondgesagt ist, beweist nun allerdings, dafs weder wir selbst noch irgend einGeschöpf unsers Erdköi'pers dort existiren können, aber es hebt keines-weges die Möglichkeit aller und jeder Lebensformen fiir den Mond auf,und so werden allerdings lebende Wesen jene Gefdde bewohnen. Abervieles von dem, was für uns unabweisbares Bedürfnifs ist, ist für sie nichtvorhanden: und auf der anderen Seite mag Manches, das wir mit keinemNamen belegen, den Mondbewohnern unentbehrlich sein. Ihre Sehorganemüssen für stärkeres Licht eingerichtet sein und gröfsere Kontraste des-selben ohne Nachtheil ertragen köpnen. Ihre Bewegungen können ebenso wenig den unsrigen entsprechen: es scheint, dafs sie, mit den unsrigenverglichen, ungleich leichter als diese sein müssen. Wie ihre Tage undNächte beschaffen seien, welchen Anblick ihnen das Firmament ge-währe u. dgl., ist bereits §. 20 — 24. ausführlicher angegeben worden;allein dies alles reicht nicht hin, uns von ihrer Gestalt, Gröfse, Le-bensweise u. dgl. auch nur den allgemeinsten Begriff zu bilden, dermehr als ein Phantasiegebilde wäre; und es wird eben so unmöglich blei-ben sie zu sehen, als zu ihnen zu gelangen, ja selbst die Idee mit ih-nen zu korrespondiren (obgleich der hochverdiente Brandes in die-ser Beziehung einige nicht ganz schimärische Vorschläge getlian hat) dürftedoch wohl eben so wenig jemals zu realisiren seien. Ob wir sie einst,bei gröl'serer Vervollkommnerung der optischen Hülfsmittel, in ihren Wer-ken erkennen werden? An Werke die mit den unsrigen Ähnlichkeit hät-ten ist nicht wohl zu denken (§. 45.) und so wird cs stets eine mifslicheSache bleiben, das was uns die Fernröhre in dieser Beziehung vielleichtzeigen dürften, richtig zu deuten.
So betrachtet, gestalten sich unsre Zukunfthoffnungen in Bezug aufnähere Kenntnifs der Seleniten äufserst dürftig, und der ungediddigenPhantasie gar mancher Erdbewohner wenig entsprechend; allein der wahreZweck unsrer Himmelsforschungen ist auch keinesweges darin zu suchen.Insbesondre sind in Betreff des Mondes noch ganz andre, und in der Thatwichtigere Fragen zu beantworten. Wie war er ursprünglich beschaf-fen? Welchen Gang hat seine Ausbildung genommen?- Waren seineRotationsbewegungen stets so wie sie jetzt sind, oder nicht? Wieharmonirten diese Bewegungen mit der Lage und Gröfse seiner Axen?In welchen Beziehungen läfst sich ein Einflufs des Mondes auf die Erdedarlhun, und welche Gesetze finden rücksichtlich dieser Einflüsse Statt?Dies sind nur einige der Punkte, worüber wir mit WahrscheinlichkeitEiniges von der Zukunft erwarten dürfen; sie werden uns, richtig behandelt,mehr und bessere Aufschlüsse über den Mond und seine Beziehungen zurErde verschaffen als es selbst ein leibhaftiger Selenit vermöchte, wennwir seiner habhaft werden könnten.
§. 150.
Diese Einflüsse des Mondes auf die Erde sind gleichfalls ein Gegen-stand, der zu den abentheuerlichsten Meinungen Veranlassung gegeben hat,