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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
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gewaltsam zusainmengeprefst und mufslen, da sie jetzt nicht mehr unge-hemmt entweichen konnten, durch ihren Widerstand Eruptionen veran-lassen, wobei man gar nicht nothwendig an Feuerausbrüche zu denkenhat. Die frühesten dieser Eruptionen waren auch die dem Umfange nachgröfstcn, da das Ganze noch zu wenig lokale Besonderheiten darbot undüberhaupt alle Naturrevolutionen im greiseren Style vor sich gehen undvon desto kolossaleren Kräften bewegt werden, je früher die Epoche ist.So entstanden die gröfstcn und ursprünglich auch wohl tiefsten Wallebenenund Ringgebirge. Als in späteren Perioden die Ausbrüche nicht mehrvom Centro des Ganzen aus, sondern mehr von einzelnen, der Ober-fläche näher gelegenen Punkten sich erzeugten, wurden auch ihre Wir-kungssphären immer enger, so dafs sich zuletzt alles auf die Bildung klei-ner Crater beschränkte. Dazu kam, dafs die Oberfläche selbst inzwischenan Festigkeit gewonnen hatte, was eben so sehr eine gröfsere Concentra-tion der Kraft bedingte. Diese mufste sich endlich begnügen, anstattdurchzubrochen, nur die Oberfläche emporzuheben, und auch dies gröfs-tentheils nur da, wo die relative Lockerheit des Bodens dies begünstigte,also da wo früher schon ein Ausbruch erfolgt, und dadurch die fortschrei-tende Verdichtung gewaltsam unterbrochen war. Daher die Centralberge.

§. 147 .

Wollte man einwenden, dafs alsdann nicht der Mond allein, son-dern alle Weltkörper, z. B. die Erde, eine solche Beschaffenheit der Ober-fläche erhalten haben müfsten, so dient die Bemerkung, dafs es gar nichtgleichgültig sei, welches Volumen die Masse sowohl vor als während undnach dieser Bildungsepoche einnehme. Den Ausbrüchen auf der Erdestand eine 65 mal gröfsere Schwere entgegen, die vielmehr ein Blindrängenzur Mitte weit mehr als das Gegentheil begünstigen mufste, weshalb eineweit gröfsere Kraft nüthig war, einen Ausbruch zu bewirken, eine Kraft,die nur an einzelnen Punkten, durch besondre Verhältnisse begünstigt,sich geltend machen und einen Vulkan schaffen konnte. Verstehen wirunter letzterem Feuerberge, so ist es ganz unpassend von Mondvulkanenzu sprechen. Überhaupt hat bei Bildung der Erdoberfläche das Wassermitgewirkt, und überdies vieles von dem, was sich in der ersten Bildungs-epoche erzeugte, verwischt und bis zum Unkenntlichen verändert, nament-lich aber alle Tiefen, von welcher Art und Form sie auch immer seinmochten, ungefüllt. So können immerhin die allgemeinsten und ursprüng-lichsten Bedingungen der Oberflächenbildung bei allen Weltkörpern ähn-lich gewesen sein, und gleichwohl diese Ausbildung in ihrem weiterenFortgange und ihrer gegenwärtigen Vollendung höchst verschieden sichgestaltet haben.

§ 148 .

Wären alle Hebungen und Ausbrüche centrale, d. h. von innen hersenkrecht auf die Oberfläche wirkende gewesen, so hätten sich nur kreis-förmige Bildungen, Crater und runde Berge, erzeugen können. So häufig

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