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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
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einige matte zweifelhafte Spuren, die das Auge mit grofeer Anstrengungzwischen den quer hinüberziehenden breiten Lichtstreifen erspäht, als Sicht-barkeit gelten lassen. Am besten ist es im abnehmenden Monde, etwa4 Tage nach dem Vollmonde, sichtbar; bei zunehmendem Monde siehtmau nur kurze Schalten, da der Abfall nach O. verhältnifsmäfsig unbe-deutend ist. Es ist eigentlich der Rand eines Hochlandes, das von Pic-colomini anfängt lind nordöstlich etwa 60 Meilen fortzieht. Der höchste,oben domförmige Berg erhebt sich zu 12456 Eufs; sonst ist die mittlereKammhöhe des llauptzuges etwa 6000 Fufs und die des nördlichsten Thei-les 3000 4000 Fufs. Nur der Fufs der Gebirge ist stellenweis steil, obenzeigen sie abgerundete Gipfel und nach, dem Hochlande zu ist der Abfallsehr sanft.

Sechs breite glänzende Lichtstreifen, vom Tycho kommend, durch-setzen das Gebirge etwa im rechten Winkel; der breiteste kommt vonGemma Frisius und zieht südlich am Pons vorbei. Auch von den Cra-tern, die theils auf der Hochfläche, theils unten am westlichen Fufse derGebirge in nicht geringer Zahl gefunden werden, bleibt in hoher Beleuch-tung keine Spur.

Das gröfste Kreisgebilde in dieser Gegend ist Polybius, der Mit-telpunkt eines kleinen Gebirgssystcms, selbst aber wenig mehr als eineblofse Vertiefung, dem Fcrmat sehr ähnlich. Einen Ceutralberg konntenwir nicht wahrnehmen.

§. 130.

Die fast inselartige, gegen das Mare Tranquillitatis vorspringendeGebirgsgruppc der Hypatia, hat etwa 200 Quadratmeilen Flächeninhaltund enthält 28 vollständige Craler nebst einigen Craterartig gekrümmtenTheilen, mehrere von ihnen sind auch im Vollmonde sichtbar. Hypatiaselbst, eine elliptisch geformte, gegen N. geöffnete Ringfläche bildet dasHauptglied; die Tiefe ist 6970 Fufs. Merkwürdig sind zwei ungemeinfeine von Lohrmann entdeckte Rillen im N. dieses Hochlandes. Derim Westen der Berggruppe liegende graue Gürtel ist ein Ncbentheil desMarc Tranquillitatis, der aber kaum zu den Flächen gerechnet werdenkann, da die zahlreichen und bedeutenden Erhöhungen nur wenig Ehenoübrig lassen. Indcfs haben viele von diesen Bergformen die gleichegraue Farbe, und so gewinnt die Gegend im Vollmonde das Ansehen ei-nes Mare,

Die Bergadern in dieser Gegend hängen sich parallel an einander,und bilden so breite, schwach durchfurchte Landrücken. Der mittlereTheil der Fläche wird von solchen Bergadersystemen fast ganz umschlos-sen, und das Centrum dieses Theilcs bildet TorricelliQ, der fast dasAnsehen einer Birne hat. Er hängt nämlich durch einen breiten offenenPafs mit einem kleineren Ringgebirge zusammen, das ihm sehr ähnlich istund wie Torricelli selbst auch einen Cenlralberg hat. Wenn beide Flä-chen mit Schatten angcfüllt sind ist der Zusammenhang am deutlichsten;die Tiefe etwa 1800 Fufs,