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Nordöstlich zeichnen sich die beiden grofsen Ringflüchen Eudoxusund Aristoteles aus. In dieser Gegend hat der Beobachter und nochmehr der Darsteller mit den gröfsten Schwierigkeiten zu kämpfen. DasGanze ist nie zugleich überschaubar, denn nur in sehr seidiger Beleuch-tung entwirrt sich das regellose Chaos einigermafsen, und man kann Ein-zelnhcitcn unterscheiden; in hoher ist Alles eine weite hello Fläche, hinund wieder mit Lichtpunkten besetzt.
Eudoxus, dessen Wall sich gegen 12000 Fufs über das mit Hü-geln angefüllte Innere erhebt, kann im Vollmonde noch einigermafsen un-terschieden werden; in schräger Beleuchtung dagegen ist es ein durchseinen breiten starken Schatten höchst augenfälliger Gegenstand. Aristo-teles ist nqch etwas gröfser, sonst ihm sehr ähnlich und fast eben sotief; sein Wall aber ist reicher an Gipfeln, besteht aus mehreren Parallel-rücken j und im Innern befinden sich zwei kleine dunkle Flecke, die imEudoxus ganz fehlen. — Höchst merkwürdig aber sind dio Parallelreihen,welche vom Aristoteles ausgehen, und eine ungemeine Zahl (wohl 300einzeln unterscheidbare) überaus zarte Hügel enthalten. Nicht wie Radienlaufen sie aus, sondern eher könnte man sie einer blos nach bestimmtenausschliefslichen Richtungen sich bildenden Kristallisation vergleichen.In der Umgegend des Eudoxus, besonders nach Süden zu, sind die Hügelnoch zahlreicher, aber regellos gehäuft, so dafs nur an der äufsersten demPosidonius gegenüberstehenden Ecke die Siidostrichtung mehr vorherrscht.Die Crater in diesem Hügelgewirre sind fast alle durch Helligkeit aus-gezeichnet.
Im Osten bei Eudoxus liegen inselartige Massengebirge, bis zu7000 Fufs ansteigend, und eine kleine Rille,
Das sonderbare Ringgebirge Egede, dessen fast quadratischerWall nur 300 Fufs hoch und so schmal ist, dafs er meist nur mit grofserSchwierigkeit gesehen wird.
§, 81.
Wir befinden uns nun in der Nähe des Alpengebirges, das zwarin seinen höchsten Gipfeln über 11000 Fufs empox-steigt, aber dem Alpcn-gebii'ge der Erde weder der Ei'streckung und Mächtigkeit nach, noch in seinensonstigen Eigenthünilichkeiten verglichen werden kann und hinter vielenandern des Mondes, besonders dem Apennin und Caucasus, so wie denBergen am Mare Crisium und Sinus lridum, zurücksteht. IIpvcl, vondem diese Gebirgsbeneunungen gröfstentheils herrühren, hatte von derHöbe der Mondgebii-ge eine richtigere Voi-stellung als von denen der Erde:eine Kenntnifs, die erst in der letzten Hälfte des achtzehnten Jahrhundertsetwas bessere Grundlagen gewann; und daher ist es erklärlich, dafs erein 17000 Fufs hohes und gegen 90 Meilen langes Gebii'ge als Apennin,und ein nur 34 Meilen langes, seinem gröfsten Theile nach aus blofsenHügeln bestehendes und nur etwa sechs mefsbare Hochgipfel enthaltendesAlpen bezeichnen konnte,
Das eigentliche Gebirge Ist ein Kamm, der in der Gegend des