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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
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ist sein' häufig von dieser vorherrschenden Richtung aiiizirt worden, undBoscovich, Ukert, Julius Cäsar u. a. in. zeigen eine Abplattung ihresWalles, oder eine Verlängerung nach der Richtung der Streichungslinie *).

Die vom Menelaus aus ziehenden Lichtstreifen gehören dem MareSerenitatis an, ein einziger ausgenommen der quer über das Hochlandnoch S. O. zieht, aber schwer sichtbar ist, da er überall hellen Grund hat.Er durchschneidet acht Höhenzüge fast im rechten Winkel.

Die südwestliche Küste des Hochlandes ist stark gebuchtet, und inden meerbusenartigen Theilen, die dem Mare Tranquillitatis angehören,liegen inseiarlig mehrere Iliigelreihen und kleine Crater, die in mäfsig ho-her Beleuchtung einen sehr schönen Anblick gewähren.

Eine besondre Erwähnung verdient noch die Gegend, wo das MareTranquillitatis und Serenitatis zusammenstofsen Hier streichen aul grauemGrunde, und ohne sich im Mindesten durch ihre Farbe auszuzeichnen,mehrere zwar äufserst schwache, aber doch mit grofscr Bestimmtheit wahr-nehmbare Höhenzüge, deren Complex deutlich eine Bank bildet, die sichgegen das Mare Serenitatis abstuft. Im strengen Parallelismus mit derselbenzieht eine lange, gradlinigte, aber sehr schmale Rille gegen die Vorhöhendes Taurus hin. Das Ganze, obwohl in keiner Weise mehr dem Gebirgeangehörend, stimmt doch der Richtung nach genau mit dem westlichenTlieile des Ilämus überein. Gleichfalls aufserhalb des Gebirges und hartan seinem Fufse liegt der bedeutende Crater Sulpicius Gallus, im Voll-monde 8 Grad hell, aber nur von unbedeutender Wallkühe, und bei ihmeine 8 Meilen lange Rille,

§. 79.

Das Mare Serenitatis ist durch seine Lage, Gestalt, Farbe undTerrainverhältnisse eine der merkwürdigsten Mondgegenden, und zu-gleich eine solche, in welcher ohne besondre Schwierigkeiten verhältnifs-mäfsig genaue Wahrnehmungen möglich sind. Es hat von N. nach S.94 Meilen, von O. nach W 92 Meilen Durchmesser. 5S50 QuadralmeiienFlächeninhalt (etwa der der brittischen Inseln) und ist nahe kreisrund.Es liegt tiefer als das Mare Tranquillitatis und als der Lacus Somnioruin,(auch das Niveau des Mare Imbrium ist wahrscheinlich höher) und alleumliegende Gebirge stürzen steil gegen dasselbe ab, so dafs wir hier eineder tiefsten Mondlandschaften in sehr mäfsiger optischer Verkürzung vorlins haben.

Die äufseren Theile zeigen, in 6 18 Meilen Breite, ein sehr dunk-

*) Wir bezeichnen die Himmelsgegenden auf dem Monde ge o ccntris c h, und nennenalso dasjenige östlich, was uns links (oder teleskopisch rechts) liegt, wenn wir nach Südensehen. Die entgegengesetzte Bcz.eiclihiing würde beim Gebrauch unsrer Topographie.fürBeobachtungen Irrtliiimer und Verwechselungen herbeiführen; es ist aber nicht xu Überse-hen , dals sei en o ce ntri nc h genommen (und darauf kommt cs bei dieser Vergleichungan) die angeführte Streielmngslinie nicht S.W., sondern S.O. = N.W. heifsen müfstc,Hiernach st i mm t sie ganz mit derjenigen überein, die auf unser« Erd kUr-p c r vorherrscht.