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Aus den zuverlässigem und genauem Angaben von Bowdilch, Adams,Ferrer, Vlloa u. a. geht hervor, dafs um die gänzlich verfinsterte Sonneein farbiger, leuchtender, in starker Wallung begriffener Ring gesehenwird, dafs man die hellem Planeten, die Sterne erster und auch wohlzweiter Grüfse mit blofsem Auge sehe, dafs die Dunkelheit durchaus eigen-thümlich sei und ganz und gar keine Ähnlichkeit weder mit der Nachtnoch mit einer Morgen- und Abenddämmerung habe, dafs die Luft sichabkühle und die Thiere in grofse Angst und Unruhe gerathen, auch wohlcinzuschlafen suchen. — Vlloa sah (24. Juni 1778 auf dem Schiffe Es-paha) etwa 5 Sekunden nach der völligen Bedeckung der Sonne einenstarkglänzenden Ring sich bilden „wie ein Kunstfeuer das um einen Mit-telpunkt läuft.” Sein Licht ward blendender und stärker als die Mitteheranrückte, er hatte etwa 5g Minute scheinbare Breite, aber die von ihmaus nach allen Seiten sich verbreitenden Lichtstrahlen gingen bis über30 Minuten weit. Zunächst um den Mond lag Roth, hierauf Hellgelb,endlich Weifs. Diese Folge der Farben blieb auch in der wirbelnden Be-wegung unverändert.
Vlloa hatte zu Anfang der totalen Finsternifs auf einige Augenblickedie Sterne zweiter Gröfse gesehen; um die Mitte der Finsternifs, als derRing am glänzendsten war, sah er nur noch die Sterne erster. — Lo-renz sali bei Radymno in Gallizien am 19. November 1S16 den Schattendes Mondes deutlich auf den Schneeflächen herankommen und ihn errei-chen. Einen Augenblick sah er gleichzeitig eine Gegend im hellen Son-nenlichte glänzen, und eine andre in Nacht verschwinden; er befand sichalso grade auf der Grenze der totalen Finsternifs.
§. 62.
Bei Finsternissen die an der Grenze der Ringbildung standen, ha-ben Besscl, ran Smindcn, Fischer, Stapel, Horner, Lindcner u. a.eine feine röthlich graue oder orangefarbene Linie gesehen, welche dieHörner der Sonne verband und auf welcher sich die Berge des Mondran-des deutlich projicirtcn. Der Umstand, dafs dieses Phänomen im Dämpf-glase des Fernrohrs, in welchem, nach bestimmten Versuchen, der er-leuchtete Mond nicht gesehen werden kann, wahrgenommen worden ist,Spricht entschieden gegen die Meinung, dafs dieses Licht dem Monde aufirgend eine Weise angehöre; vielmehr ist das Phänomen wahrscheinlichidentisch mit dem leuchtenden Ringe bei totalen Sonnenfinsternissen, undman würde es auch mit blofsen Augen sehen, wenn nicht die an der an-dern Seile noch freie Sonnensichel es überglänzte. Im Fernglase, wo manden gröfsten Theil dieser Sichel aus dem Felde entfernen kann, sieht manden innersten, hellsten Theil des Ringes, so weit er stark genug ist, umnoch im Dämpfglase wahrgenommen zu werden,
Diese merkwürdige Erscheinung, an deren Vorhandensein nach denangeführten Beispielen, die sich noch ansehnlich vermehren liefsen, durch-aus kein Zweifel Statt finden kann, hat man als eine Folge der Brechungin der Erd- oder in der Hondalhmosphäre erklären wollen; beides aber