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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
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Nacht nahe kammende Dämmerung ein; alsdann ah er erblickt man an derSeite, wo die Sonne yerschwaml, einen lebhaft glänzenden glühend reihenRing (möglich, dals andre Stellen schon früher Spuren zeigen), der sichnach und nach uin die ganze Erdscheibe zieht, dabei aber an Intensitätverliert. Ist die Finsternils central, so mufs er um die Zeit der Mitte sichüberall in gleicher Breite und Helligkeit zeigen; in andern Fällen wirdsich an der Sei io, wohin die vom Erdcentro zum Sonnencentro gezogenenLinie trifft, eine Sichel bilden. In beiden Fällen zieht er sich allmählichnach der Austritts- (West-) Seite der Erde, wo endlich das wieder her-vorbrechende Sonnenlicht ihn überglänzt und auslöscht. Das Wieder-erscheinen der anfangs verschwundenen Flecke, sobald die Finslernifs totalwird, ist dadurch allerdings nicht genügend erklärt, und scheint eine ei-genthiimliche physische Ursache zu haben. Hahn suchte den Grund ineiner Phosphorescenz der Mondfläche während der Finsternifs.

§. 59.

Die Messungen des Erdschattens, so wie die Beobachtungen überdie Dauer der Vcriinsterung eines Mondllecks, haben denselben stets etwasgröfser linden lassen als die Berechnung ergab. Nach Tobias Mayerbeträgt diese Yergröfserung des berechneten Durchmessers; Lambertnahm ^ an. Bei der Finsternifs vom 26. December 1833 ergaben dieBeobachtungen ? T 5 , bei der am 18. Oclober 1837 aber jtj. In der kleinenFinsternifs am 10. Juni 1835 konnte nur der Polardurchmesser des Schat-tens bestimmt werden, und für diesen fand sich eine Vergröfscrung von5 r T ; die oben angeführten Zahlen gelten für den Ätjualorealhalbmesser.Der Gegenstand ist noch zu .wenig untersucht, um die Ursache dieserVergröfscrung mit Sicherheit augeben zu können. Es scheint, dafs manin der Berechnung der Grüfse des Schattens die Höhe der Erdathmos-pliäre um zum Erdhalbmesser hiuzuzählen müsse, denn wenn mandiesen um 1012 Meilen vermehrt, so lassen sich die Beobachtungenziemlich so gut darstellen als die geringe Schärfe derselben erfordert.Volles ungebrochenes Sonnenlicht kann der Mond allerdings nur durchdiejenigen Sonnenstrahlen erhalten, welche an den äufsern Grenzen dernoch lichtbrechenden Athmosphäre hinfahren.

§. 60.

Die Sonnenfinsternisse (richtiger Sonnenbedeckungen) sindgleichfalls Ereignisse, welche geeignet scheinen uns Aufklärung über unsreeigne Athmosphäre und über die physische Beschaffenheit des Mondes undder Sonne geben zu können, insbesondre wenn sie ringförmig oder totalsind, was leider äufserst selten für einen bestimmten Erdort geschieht.Berlin hat z. B. im ganzen vorigen Jahrhundert keine dergleichen gesehenund wird erst am 19. August 1887 eine totale erblicken; Paris sieht indiesem Jahrhundert keine totale, und nur am 9. Oct. 1847 eine ringförmige.

Partiale Sonnenfinsternisse die nicht über 9 Zoll gehen und beidenen also über £ der Sonne unbedeckt bleibt, zeigen nichts Besonderes,