Loge gegen die Erde. Für einen Punkt in dem Meridian, der uns aufder Mitte zu liegen scheint, ist der Tag durchschnittlich 68 Minuten län-ger als für den entgegengesetzten; als Ersatz hat die jenseitige Halbkugelein etwas helleres Sonnenlicht als die diesseitige, doch nur Im Verhält-nisse von 100 zu 101.
Die folgende Tabelle enthält die längsten und kürzesten Tage für dieverschiedncn Mondgegenden, nach der sclenographischen Breite geordnet..
Breite.
Längster T
' a S-
Kürzester '
l’ag.
0°
354
St. 22 Min.
1 Sek.
354
St. 22 Min.
1 Sek.
10
354
53
9
353
50
53
20
355
26
15
353
17
47
30
356
3
54
352
40
8
40
356
49
6
351
54
56
50
357
52
22
350
51
40
60
359
27
47
349
16
15
70
362
25
19
346
18
43
SO
371
6
31
337
37
31
82
375
25
0
333
19
2
84
382
38
45
326
5
17
86
397
28
10
311
15
52
88
449
27
53
259
16
9
In dieser Tabelle ist der Auf- und Untergang des Sonncnmittelpunk-tes als Anfang und Ende des Tages genommen werden. Die Dauer desSonncnauf- und Unterganges beträgt für die Äcjuatorealzoncn im Durch-schnitt 67^ Minuten, für die übrigen verhältnifsmäfsig mehr.
Au den Polen des Mondes würden, wenn er, auch physisch betrach-tet, eine vollkommene Kugel wäre ,\ innerhalb 358 Erdentagen nur einmalTag und Nacht wechseln, allein ein eigenthümliche.r UmsLand bewirkt hiereine völlige Umgestaltung dieses Verhältnisses. Wenn man sich nämlich1270 Fufs über dem Niveau des Pols senkrecht erhebt, so hat man (ver-möge der Kleinheit der Mondkugel) schon soviel Himmelsansicht unterdem mittleren Horizont gewonnen, dafs der obere Hand der Sonne demAuge nie mehr ganz entschwinden kann, und erhebt man sich etwa dop-pelt so hoch, so behält man die ganze Sonne beständig im Gesicht.Nun ist aber, wie weiterhin ausführlicher erwähnt werden soll, sowohldie Nord- als die Südpolsgegeud mit Bergen, die w T eit über diese Höhenhinausgehen, reichlich besetzt. Von diesen Bergen wird also stets irgendeine Seite des höher liegenden Theils beleuchtet sein, und dies Licht indie Thäler der Umgegend zurückwerfen, die also höchstens eine Däm-merung empfinden werden, und die obersten Gipfel dieser Berge kennengar kerne Nacht, sondern glänzen im ewigen Sonnenschein!
§. 21 .
Dagegen giebt es auch aufser den Polarzoncn eine grofse Menge vonOrten auf dem Monde, welche die Sonne niemals sehen und einen ei-gentlichen Tag gar nicht kennen, vielmehr nur den Wechsel zwischen
Däm-