ihr Umlauf um die Sonne das Jahr. Die Tage und Jahre andrer Welt-korpcr, im Verhiiltnifs zum Erdentage und Erdjahre, findet man also durchBeobachtung der Umdrehung und des Umlaufs. Erstere ist aber sehrschwierig zu beobachten, da die meisten Weltkörper seihst in starkenVergröfscrungen immer noch ziemlich klein, ja sämmtliche Fixsterne durch-aus nur als Punkte erscheinen, die Umdrehung aber nur wahrgenommenwerden kann, wenn es gelingt, einen sich hinreichend unterscheidendenFleck auf der Oberfläche des Weltkörpers aufzufinden und sein Fortrük-ken anhaltend zu beobaohten. Wir kennen daher nur von wenigen Welt*körpern die Umdrehungszeit mit einiger Gewifsheit.
§. 11 .
In Folge der Umdrehung erleuchtetor Körper hat wechselsweise dieeine Hälfte Tag und die andre Nacht, zwischen welchen beiden noch einDämmerungskreis liegt, wenn der Weltkörper mit einer Athraosphäre um-geben ist. Er wirft auf der vom leuchtenden Körper abgewandten Seiteeinen Schatten, der sich in einer Spitze endet und die Gestalt einesKegels hat. Dieser Schattenkegel ist von einem andern, dem Halbschat-tenkegel, umgeben, der sich im Unendlichen verliert. Trifft dieser Schat-ten die erleuchtete Seite eines andern Wellkörpers, so verursacht er eineFinsternifs, die man sowohl vom beschattenden Körper aus durch dasDunkelwerden des andern, als auch von diesem aus, durch das Yerdek-ken der Sonnenscheibe, bemerkt. So sehen wir, wenn unser Schattenden Mond trifft, diesen sich verdunkeln; trifft hingegen der Schattendes Mondes die Erde, so sehen wir den Mond die Sonne für uns ver-decken. Eben dies gilt auch von anderen erleuchteten Körpern, insofernder Schatten des einen den andern noch erreichen kann.
In den Fällen hingegen, wo der volle Schatten den zweiten amWeitesten entfernten Körper nicht mehr treffen kann, es sei nun, dafs eran ihm vorübergeht, oder dafs seine Spitze nicht weit genug reicht; abergleichwohl der Halbschatten des erstem Körpers den andern noch trifft,sicht man von letzterem aus auch keine gänzliche, sondern nur eine theil-weise Verdeckung der leuchtenden Scheibe. Das giebt die sogenanntenpartialen (Sonnen-) Finsternisse, während im ersten Falle eine totaleerfolgt. Bleibt nur ein schmaler, geschlossener Ring vom leuchtendenKörper sichtbar, so keifst die Finsternifs eine ringförmige.
Für die Erde kann nur der Mond totale, und aufserdem nochpartiale und ringförmige Sonnen-Finsternisse bewirken; sehr kleinepartiale Finsternisse (Vorüb ergänge) bewirken auch, obwohl selten, diebeiden Planeten Venus und Merkur, welche der Sonne näher als der Erdestehen. Eben so kann nur die Erde unsern Mond beschatten, und zwarentweder die ganze Scheibe (totale Mondfinsternifs) oder einen Theilderselben (partiale Mondfinsternifs).
§. 12 .
Unter Parallaxe (genauer Horizontalparallaxe) eines Him-melskörpers versteht man den Winkel, unter welchem von jenem Körper